Nun ist es passiert.
Der Demokrat Keith Ellison legte gestern seinen Eid auf den Koran ab. Somit hat der US Kongress zum ersten Mal in seiner langen Geschichte einen muslimischen Abgeordneten.
Nach Ellisons Ankündigung nicht auf die Bibel zu schwören hagelte es scharfe Kritik, besonders aus dem konservativen Lager. Radiomoderator Dennis Prager äußerte sich, dass jemand, der nicht auf die Bibel schwören kann, erst gar nicht für den Kongress kandidieren solle. Doch nicht nur Prager machte seinem Unmut lauthals Luft. Der Republikaner Virgil Goode nutzte die Gelegenheit gleich für einen Frontalangriff auf die aktuelle Einwanderungspolitik der USA. Ohne eine drastische Verschärfung der Gesetzte werde man "[...]bald sehr viel mehr Muslime in den USA[...]" haben und verurteilte die Wahl Ellsions als eine "Bedrohung der traditionellen Werte der Nation".
Doch wie so oft ist übereilte Kritik weder politisch korrekt noch gründlich fundiert.
Erstens hätte selbst eine Verschärfung der Einwanderungsgesetzte die Wahl von Ellison nicht verhindern können da dieser Amerikaner ist.(Ellison verwies auf seine Familiengeschichte, die sich bis ins Jahr 1742 zurück verfolgen lässt). Zweitens gehört der Eid auf den Koran nur zum inofiziellen Teil der Zeremonie und dient großteils der PR. Die tatsächliche Vereidigung findet seperat, ohne jegliche religiöse Symbole, statt.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass die ganze Aufregung von vornherein hätte vermieden werden können, wenn der Begriff "Religionsfreiheit" und somit der Auschluss von Diskriminierung nicht nur ein geduldiges Wort auf altem Papier wäre.
# Florian Richter
















Unfassbar...
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