Es gibt Sachen, die gibts gar nicht. Die am häufigsten gehörte Reaktion auf Unverständliches beim Bundesheer ist die so genannte militärische Begründung mit vier Buchstaben: Is so. Und genau das ist mir in den letzten Tagen des Öfteren zu Ohren gekommen.
Das Vorbereitungssemester geht in die Zielgerade und schön langsam spürt man die erste Aufregung vor der alles entscheidenden Prüfung Ende Mai/Anfang Juni. Dort heißt es dann die bestmögliche Leistung in den Kategorien Führen im Gefecht, Waffen- und Gerätelehre, Exerzieren, Karten- und Geländekunde zu zeigen. Außerdem ist theoretisches Wissen in den Bereichen Führungsverfahren, Befehlsgebung sowie Gesetze und Verordnungen gefragt. Sport kommt ebenso nicht zu kurz: 2400m Lauf, 5000m Lauf, 300m Schwimmen, Liegestütz und die Hindernisbahn mit bestimmten Zeitvorgaben sind zu meistern. Die gesamte Prüfung dient dazu, die besten 99 Berufsoffiziersanwärter für die Theresianische Militärakademie zu bestimmen, die dann nach drei Jahren erfolgreicher Ausbildung auf der "Burg" zum Leutnant ausmustern.
Die bisherigen rund drei Monate in Absam sollten ebenso ein "Auswahlverfahren" sein, denn die Kursteilnehmer wurden laufend beurteilt und bei negativen Leistungen auch gesondert überprüft. Eine nicht bestandene kommissionelle Prüfung spricht im Grunde für sich selbst, doch manchmal - manchmal nehmen die Dinge einen seltsamen Lauf...
"Is so!"
Dennoch stelle ich mir die Frage, wie man sich mit einer Begründung, die aus gerade mal vier Buchstaben besteht, zufrieden geben kann? Dies kann doch nur die Antwort auf etwas sein, dass man sich nicht anders beurteilen oder bewerten getraut. Ich jedenfalls verurteile ganz offen die aktuelle Entwicklung bezüglich der geforderten Leistungen auf diesem Kurs. Werden gewisse Limits nicht erbracht, sollte am Ende nicht die verweichlichte Beschwerde-Nummer siegen, ganz im Gegenteil. Derartiges ist ein Ausverkauf der Interessen der ehrlichen Kameraden und Kameradinnen, die hart arbeiten, sich bemühen und stets ihr bestes geben. Kurz gesagt: Die Ausbildung wird somit zur Farce.
"Lerne leiden ohne zu klagen."
Dies ist ein Zitat meines ersten Kompaniekommandanten, welches gerade für Berufsoffiziersanwärter seine Gültigkeit haben sollte. Der Weg zum goldenen Stern auf der Brust ist physisch und psychisch fordernd, immerhin werden die künftigen Führungskräfte des österreichischen Bundesheeres herangebildet. Nicht jeder ist als Kommandant geeignet - dazu gibt es dieses Ausbildungsjahr vor der Militärakademie: Um herauszufinden, wer im Stande ist, Verantwortung über acht Soldaten zu übernehmen und sie in jeder Lage führen kann. Wer dieses nötige Können nicht besitzt, das grundsätzlich nicht erlernt werden kann, der wird für eine andere Funktion sicher die richtigen Eigenschaften mitbringen.
Bleibt nur zu hoffen, dass in diesem Fall am Ende doch noch die Gerechtigkeit siegen wird.
Abgesehen von diesen Umständen, die die meisten Gemüter der Kompanie erhitzt haben, befinden wir uns wie eingangs erwähnt schon im letzten Viertel des Vorbereitungssemesters. Die nächste Woche steht im Zeichen des Scharfschießens auf dem Truppenübungsplatz Hochfilzen (Tirol). Danach werden wir uns drei Tage lang beim abschließenden Belastungsmarsch quälen, bevor die letzten Prüfungsvorbereitungen beginnen. Im Juni steigen wir dann wieder eine Stufe höher auf der Karriereleiter: Wir werden vom Korporal zum Zugsführer befördert! :)








Habe das vor 43 Jahren auch durchgemacht. Das is so! Also: Halte durch, ich halte Dir die Daumen. Heuer haben wir 40-jähriges Ausmusterungsjubiläum. Ich bin mir sicher, in 43 Jahren bist Du auch dabei.
Adamo