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Erstellt am 17.03.08 16:54

Happy St. Patrick's Day!
[vor 156 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 16:34
nettes verlies in der festung

[vor 162 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 15:16
anemonenfisch aka clownfisch aka nemo


[vor 162 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 12:08
wow - salzburg von oben ist cool!

[vor 162 Tagen von moblogger]

Fotografiert am 07.12.07 22:32
das absolute hammerkonzert im rockhouse!

[vor 254 Tagen von moblogger]
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Rio Blog 2.22
vor 659 Tagen | Kommentare [2] | Tags: anita, festival, musik, reisen, rio, stories, tim festival | Autor: anita

Von 27. bis 29. Oktober fand in der Marina da Glória das Tim-Festival statt. Brasilianische Festivalkultur live beobachtet von Anita in Rio.

Tim Festival in der Marina da GlóriaGroße Namen hatten sich dieses Jahr angesagt, um den Cariocas so richtig einzuheizen (nicht, dass es inzwischen nicht heiß genug wäre...). Patti Smith, The Yeah Yeah Yeahs und die Beastie Boys waren mit von der Partie, sogar Caetano Veloso persönlich hatte sich kurzfristig angesagt. Daft Punk, Amadou et Mariam und Devendra Banhart ließen am Freitag die Woche ausklingen, wobei sich letzterer wohl selbst die Show stahl. Wochenlang hatte ich mich auf dieses Konzert gefreut, doch nicht zu Unrecht gilt die Vorfreude als die schönste Freude.

Dabei fing alles ganz rosig an. Meine Mitbewohnerin Aude und ich latschten mit vernachlässigbarer Verspätung los. Wir hatten es ja nicht weit, da die Marina quasi direkt vor unserer Haustür liegt. Nur schnell über vier vierspurige Straßen gehuscht, dann waren wir auch schon angekommen im Land der Wunder(bar hohen Preise). Schon zwanzig Meter vor dem Eingang empfing uns die erste Polizeistreife in Gestalt ganzer zwei Mann, die allerdings nur rauchend und fachsimpelnd am Auto lehnten. Ab ging?s durch den Metalldetektor, um zu gewährleisten, dass auch niemand ermordet würde. Zumindest nicht mit Schusswaffen. Sowohl der aus Sicherheitsgründen mitgeschleppte Pfefferspray als auch mein Haaraufsteckhölzchen (was auch immer...) blieben unentdeckt bzw. ?kommentiert. Ich hätte unser beider Leben also locker verteidigen können, was mich natürlich unheimlich beruhigte.

Tim Festival in der Marina da GlóriaWeiter durch die Neonröhren beleuchteten Motorola-Allee, flankiert von Vitrinen mit Handys statt mit Bäumen. "Hello Moto", ich hätte am liebsten meinen Pfefferspray ausgepackt, würde der gegen Lautsprecher was nützen. Bereits um 22.30 trieben im so genannten "Village" einige DJs ihr Unwesen. Getreu den Erklärungen des netten Herren am Eingang hielten wir uns an das erste Zelt links und fanden uns prompt in einem großen, mit rotem, teppichartigem Stoff ausgelegten Konzert-Zelt wieder. Vorher hatten wir uns noch ein Eishörnchen geleistet, mit zwei Geschmacksrichtungen um 12 Reais. Zwei Kugeln Eis für knapp fünf Euro ist nicht schlecht, vor allem nicht im Vergleich zum brasilianischen Mindestlohn von R$ 350,-.

Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória
Tim Festival in der Marina da Glória

Da saßen wir also nun auf dem roten Teppich, den ich prompt mit einigen schokoladebraunen Flecken verschönte. Die Klimaanlage war ausnahmsweise nicht kalt genug, als dass mein Eis nicht doch recht schnell geschmolzen wäre. Aber man kann schließlich nicht alles haben. Es dauerte noch fast bis Mitternacht, also rund eineinhalb Stunden, bis sich auf der Bühne etwas rührte. Plötzlich fingen alle im Saal rund um uns herum zu kreischen und zu pfeifen an. Als der Grund der Aufregung in mein Blickfeld kam, kreischte ich ebenfalls los, allerdings nicht aus Freude sondern aus Überraschung. Wir waren natürlich bei den Franzosen von Daft Punk gelandet, anstatt bei Devendra Banhart. Großartig! Und wir hatten uns noch gewundert, warum denn bloß der Saal so groß und darin so viele Menschen mit Daft Punk-T-Shirts wären. Somit hatten wir zumindest auf diese beiden Fragen eine durchaus plausible Antwort.

Tim Festival in der Marina da GlóriaWir suchten also schreiend das Weite und in der Folge einen Menschen, der uns ins richtige Konzert bringen könnte. Stressig, stressig, über den Dorfplatz zu joggen. Nach einigen atemlosen Erklärungsversuchen durften wir nun "unseren", doch um einiges kleineren Saal betreten und uns über die brasilianische Sängerin Céu freuen, die ebenso verspätet begonnen hatte wie ihre französischen Musikerkollegen. Danach bescherten uns Amadou und Mariam einige sehr tanzbare Stücke. Afrikanische Rhythmen zusammen mit Einflüssen aus dem gesamten Pop- und Rock-Spektrum, eine Mischung, die funktioniert und Lust auf mehr macht. Umso gespannter waren wir auf den Auftritt unseres heiß begehrten Devendra, für den wir sogar das um einiges teurere Daft Punk Konzert sausen hatten lassen.

Tim Festival in der Marina da GlóriaFehler. Großer Fehler. Gibt es eigentlich keine Klausel, die besagt, dass man sein Geld zurück bekommt, wenn der Sänger im Suff fast von der Bühne kollert? Schade. Wie viel von dem Gehabe "Show" gewesen sein mag, kann ich an dieser Stelle nur erahnen, jedenfalls macht die (gute!) Band einen umherstolpernden Devendra leider nicht wett. Traurig, traurig. Irgendeinen Grund muss es ja haben, dass es nur ein Woodstock gab. Völlig unlustig leierte der Gute sein Programm herunter, schnarlte mehr ins Mikro als er sang und spielte nur wiederwillig zwei (zumindest mir) völlig unbekannte Zugaben. Ja, ich sah Devendra. Ja, ich werde ihn mir wieder ansehen. Vielleicht auf einem richtigen Festival, mit dreckigen Dixi-Klos und einem ordentlichen Schlammbad. Vermutlich war Devendra einfach derartig angefressen über die sterile, wunderbar designte Beton- und Plastiklandschaft mit rotem Teppich, die sich hier Festival schimpfte, dass er sich schwindlig soff, um die optische Perfektion zur Unkenntlichkeit zu verzerren. Wär ich nicht auf Antibiotika gewesen und hätte das Bier nicht zehn Reais gekostet, hätte ich vermutlich dasselbe gemacht.

# anita klingler

Rio Blog 2.21
vor 659 Tagen | Kommentare [2] | Tags: anita, fernsehen, reisen, rio, stories, tv | Autor: anita

Kuriositäten des brasilianischen Fernsehalltags, frisch von der Mattscheibe zu euch auf den Bildschirm. Anita aus Rio.

Abgesehen von der Sprache scheint das brasilianische Fernsehprogramm auf den ersten Blick nicht allzu viele Unterschiede zum gewohnten österreichisch-deutschen Kaiserschmarrn aufzuweisen. Wie im letzten Rio Blog besprochen sind News, Sport und Unterhaltung die Grundpfeiler des Tages vor der Glotzkiste, gepaart mit Blockbuster-Filmen und amerikanischen Serien. Soweit, so normal. Dennoch gibt es ein paar Unterschiede, die einem bei näherer Betrachtung durchaus mit Kopfschmerz verbunden ins Auge fallen.

Die Werbung
Psychedelisches Werbemännlein; Bild: SN/Casas BahiaWunderwelt Werbung, wer könnte von sich behaupten, noch nicht werbegeschädigt zu sein? Jaja, Werbung wirkt. Die Brasilianer scheinen jedenfalls zu glauben, dass Quantität auch die Qualität erhöht. Dieses Denken äußert sich in den zuweilen unerträglich häufigen Werbepausen (alle zehn Minuten, ungelogen!!!) und vor allem der Art und Weise, wie die Spots produziert sind. So eigenartig es klingen mag, ich werde blöde von brasilianischer Werbung. Zu schnelle Schnitte, zu aggressive Musikwechsel, zu penetrante Protagonisten, die versuchen, so viel blabla wie möglich in einen 20-Sekunden-Spot zu pressen. Zeit ist Geld.

In den meisten Fällen ist in der ersten Sekunde einwandfrei zu erkennen, ob es sich um eine "internationale" Werbung (zB Automarken etc.) oder eine eigens für Brasilien produzierte handelt. Die brasilianische Werbung treibt zumindest mich zur Verzweiflung. Extrem stressig, bunt, laut und aufregend, bloß wenn du sie zum 14. Mal in einer Stunde siehst, langt?s halt mal. Da wuseln irgendwelche Zeichentrickmännchen zwischen Kühlschränken herum, während die Propaganda-Tussi gegen die Batucada einer Sambaschule anschreit. Heieiei. Aber es kommt noch besser.

Die (berühmte) Telenovela
RebeldeWas wäre Brasiliens Fernsehwelt ohne die Novela? Auf jeden Fall leichter zu ertragen. Ob "Der Prophet", "Schlangen & Eidechsen", "Verwandte Seelen" oder "Seiten des Lebens", es ist für jeden "Geschmack" etwas dabei. Das Erfolgsrezept: Die Novelas spielen fast ausschließlich in Brasilien und werden häufig außerhalb der Studios gedreht. Ein jeder findet in der Novela Identifikationsmöglichkeiten, sei es in den Charakteren, die sich wortreich durchs Leben kämpfen, oder die verschiedenen Landschaften Brasiliens, die man wiedererkennt.

Das derzeit größte Novela-Phänomen kommt dagegen nicht einmal aus Brasilien. RBD oder "Rebelde" ist eine mexikanische Seifenoper, der die Herzen aller brasilianischen Jugendlichen (bevorzugt natürlich der Mädchen) zufliegen. Inzwischen existiert neben der Sendung eine aus den wichtigsten Protagonisten bestehende Band mit gleichem Namen, deren Brasilien-Tour bereits vor Beginn höchste Wellen schlug. An RBD T-Shirts, Taschen, Uhren, Magazinen, Aufklebern und Fans kann man sich in Rios Alltag und Dichte an Straßenverkäufern nur schwer vorbeischlängeln.

Seit 1997 strahlt die Rede Globo täglich vier verschiede Novelas aus, die beinah die gesamte Nation vor dem Fernseher vereinen. Dabei darf auf dem Bildschirm geheult, gestritten, getröstet und geliebt werden. Selten wogen Gefühle so hoch wie in der brasilianischen Seifenoper. Es werden die (angeblich) besten Schauspieler engagiert, zumindest für Mitteleuropäer wirkt deren Darstellung allerdings meist ein wenig übertrieben bis lächerlich.

Anekdote am Rande: Schauplatz Rua do Catete, eine kleine Bar am Straßenrand. Der Wirt fummelt ganz aufgeregt mit einem Schraubenzieher am Fernseher herum, um ebendiesen zum Laufen zu bewegen, denn es ist Showtime. Ein Mann betritt die Bar und überlegt es sich zwei Mal, ob er noch ein Bier bestellen will. "Todo mundo aqui é sujeito homem, a gente não vê novela não!!!" (Wir sind hier alles richtige Kerle, wir schauen keine Novela!!!) Etwa fünf Minuten später taucht die Angetraute des "richtigen Kerls" auf, schnappt ihn am Hosenbund und meint: "So, wir gehen jetzt aber nach Hause." So viel zu den richtig richtigen Kerlen.

Selbst Sony setzt in Brasilien auf psychedelische Werbe-Wallpaper. Bild: SN/sony
Psychedelisches Werbemännlein; Bild: SN/Casas Bahia
Ob's hilft? Bild: SN/tv aparecida
Erlösung leicht gemacht; Bild: SN/tv aparecida
Mit Fantástico einmal um die Welt; Bild: SN/globo
Das alte Logo; Bild: SN/globo
Ausgefallene Reiseziele in aller Welt, getestet und ausgewählt für das junge Publikum; Bild: SN/globo
Tolle Orte in Brasilien; Bild: SN/globo
Junge Menschen versuchen sich im Beruf des Reporters und dokumentieren ihre Erlebnisse bei Fantástico. Bild: SN/globo

Idolo und Big Brother Brasil
Ja, auch der Kelch des American Idol ist nicht spurlos an Brasilien vorübergegangen und ich kann euch sagen, nicht jede(r) Latina(o) hat Rhythmus im Blut. Die erste Staffel ging im April 2006 auf Sendung, insgesamt kamen zwölf Millionen KandidatInnen zum Casting. Das Finale ging am 7. Juli über die Bühne, derzeit läuft in Salvador (Bahia), Belém (Pará), Belo Horizonte (Minas Gerais), Campinas (São Paulo) und Florianópolis (Santa Catarina) die Auswahl für die zweite Staffel.

Dagegen wartet die Rede Globo schon vor Start der 7. Staffel mit Videos der besten Kandidaten auf. "Die Auswahl ist getroffen, jetzt heißt es warten, bis das Spiel beginnt." Zusätzlich kann auf der Homepage der Globo schon vorab ein BBB7-Abo bestellt werden, bei dem der Zuseher in den Genuss des Bildmaterials von fünf exklusiven Kameras kommt, und das 24 Stunden am Tag.

Zum ersten Mal wurde BBB im Jahre 2002 ausgestrahlt. In Brasilien wurden von Beginn an heftige Proteste gegen das Programm laut, da Big Brother "Werte und Kultur verschiedenster Sektoren der brasilianischen Gesellschaft" gefährden würde. Die sechste Ausgabe erreichte nicht die von der Rede Globo erhofften Einschaltquoten, weshalb die siebente Ausgabe nun die letzte werden soll. Immerhin haben es aber 24 Teilnehmer aus allen bisherigen Staffeln in Hochglanzmagazine geschafft. Sage und schreibe acht Damen posierten für den Playboy und weitere neun für das Magazin "Sexy".

Interessanterweise scheinen beide Sendungen lange nicht so viel Erfolg zu haben wie in den USA und Europa. Die Brasilianer scheinen ihrer Novela treu zu bleiben (die natürlich zur gleichen Zeit läuft).

Religion im TV
Ob's hilft? Bild: SN/tv aparecidaTV Aparecida, Fernsehen der nächsten Gläubigen-Generation. Die Anhänger der Kirche "Nossa Senhora Aparecida", einer Abspaltung bzw. Teilgemeinde der Katholischen Kirche, bekommen ihre Messe frank und frei ins Haus geliefert und die Erlösung vermutlich gleich mit dazu. Nur der Satellit muss bezahlt werden (das Netz ist noch im Aufbau begriffen und deshalb ist TV Aparecida nicht in allen Städten über Kabel zu haben). Auszug aus dem Programm: "Momente mit Maria" (ist die nicht schon tot?), "Heilige Menschen", "Gott bei mir zu Hause" (sehr treffend!), "Aline im Haus der Freude" (wollen wir wirklich wissen, um was es dabei geht?), "Geschmack des Lebens" (Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine religiöse Kochsendung, sondern um "Unterhaltung mit viel Information" präsentiert von Pater Josafá Moraes und Bete Ribeiro. Na dann ist ja alles gut!).Was natürlich nicht fehlen darf, ist die tägliche Messe, erhältlich einmal von 9.00 bis 10.00 oder von 19.00 bis 20.00. Ab 22.00 kann eine Stunde lang zusammen mit der Senhora Aparecida gebetet werden. Damit steht der Erlösung ja nun nichts mehr im Weg.

Jô Soares & Fantástico
Jô Soares mit Almeida Lima; Bild: SN/globoGlücklicherweise gibt es auch Positives zu berichten von der brasilianischen Fernsehfront. In Tradition großer Kollegen wie Jay Leno, David Letterman und Harald Schmidt präsentiert Jô Soares an fünf Tagen pro Woche News und Skurrilitäten aus Kultur und Gesellschaft. Da kann es schon einmal vorkommen, dass der Humorist mit der Autorin eines leicht schlüpfrigen Massagebuches über der Probandinnen nervöse Vaginalmuskulatur plaudert.

Optisch ein eindrucksvolles Bild von einem Mann führt Jô durch seine Sendung, es kann allerdings nicht schaden, ebendiese an der Seite eines brasilianischen Staatsbürgers anzusehen, da die Witze manchmal ohne Vorkenntnisse nicht besonders lustig sind. Hat man allerdings einen Simultan-Erklärer, ist Jô Soares wirklich zum Brüllen.

Mit Fantástico einmal um die Welt; Bild: SN/globoSonntag Abend ist Zeit für Fantástico, ein junges Magazin der Rede Globo, das leicht an Brainiac und Konsorten auf MTViva erinnert. Das Programm besteht aus Sketches, Nachrichten, Experimente, Umfragen, Interviews etc. und ist auf Jugendliche und junge Erwachsene zugeschnitten. Fantástico ist aber zugegebenermaßen unterhaltsam und interessant, und schafft es montags sogar auf eine Rubrik im Billig-Journal Express: "Das kam bei Fantástico". Auch hier gilt also: Jeder weiß, worum es geht, denn jeder saß vorm Fernseher.

# anita klingler

INTERNET
Big Brother Brasil
TV Aparecida
Programa do Jô
Fantástico

Rio Blog 2.20
vor 666 Tagen | Kommentare [4] | Tags: anita, fernsehen, reisen, rio, stories, tv | Autor: anita

Nimm dem Brasilianer seinen Fernseher weg und du raubst ihm seine Lebensgrundlage. Anita aus Rio.

Nachdem ich die gesamte letzte Woche mit mehr oder minder hohem Fieber (nicht zuletzt dank meines Fernsehkonsums stetig zwischen 38° und 39,4° schwankend) zu Haus verbracht habe, bin ich nun sozusagen prädestiniert, um Aussagen über das brasilianische Fernsehen zu treffen. Willkommen im Land der Fernsehsüchtigen.

Angeblich besitzen 90% der Brasilianer einen Fernseher. Es gibt hier also mehr Flimmerkasten als Kühlschränke. Bis in einige der entlegendsten Winkel im Amazonas wird dank eines Generators die "Novela das Oito" übertragen. An sich spricht dieses Faktum bereits für sich selbst, nimmt man allerdings dazu noch die Fernsehgewohnheiten des Durchschnittsbrasilianers unter die Lupe, wird die Sache erst so richtig interessant. Der Fernseher rennt, wurscht ob jemand im Raum ist oder nicht. Wirst du von einem Brasilianer zum Essen eingeladen, heißt das nicht unbedingt, dass dir dieser seine volle Aufmerksamkeit schenken wird. Dass die Qualität des Fernsehempfangs dabei eine vernachlässigbare Größe darstellt, sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnt werden.

Der Fernseher ist zum "Nebenbei-Medium" schlechthin geworden. Es muss nicht einmal "aktiv" fern geschaut werden. Ob mit oder ohne Ton, als Hintergrundgeräusch oder Unterhaltung beim Kochen, das Kastl rennt. Als letzte Konsequenz weiß dann jeder, aber auch wirklich jeder, Bescheid, wer gerade mit wem Schluss gemacht hat in der neuesten Novela (im aktuellen Fall "O Profeta" - "Der Prophet"), wie die Fußballspiele des Brasilieirão (brasilianische Bundesliga) ausgegangen sind und dass die USA nun den Weltraum beherrschen wollen. Daraus ergeben sich die drei wichtigsten Themen des brasilianischen Fernsehprogramms: Novela, Fußball und Nachrichten, dicht gefolgt von... Na? Na? Na? Richtig, amerikanischen Teenie- und Jugendserien.

Auch an Brasilien ist der Boom von The O.C., C.S.I. und Konsorten nicht spurlos vorüber gegangen. Vor allem im Kabel-TV wird man damit regelrecht bombardiert. So zB das Programm eines durchschnittlichen Fernsehtages mit dem Warner Channel :

6.00 - 7.00: Gilmore Girls
7.00 - 8.00: The West Wing
8.00 - 9.00: Third Watch
9.00 - 10.00: Smallville
10.00 - 11.00: Gilmore Girls
11.00 - 12.00: Everwood
12.00 - 13.00: Emergency Room
13.00 - 13.30: Freddie
13.30 - 14.00: Twins
14.00 - 15.00: The Bachelorette 2

to be continued...

Fernsehen in Brasilien; Bild: SN/globo

Auch auf der Homepage des Medienunternehmens Globo, das mit dem Sender ?Rede Globo? die mit Abstand wichtigsten Fernsehstation Brasiliens stellt, kommt diese Dreiteilung schön zur Geltung. Auf der Startseite werden , wunderbar farblich voneinander abgesetzt, jeweils die wichtigsten Schlagzeilen aus den Bereichen "Notícias" (Nachrichten; rot, weil meistens alarmierend), "Esporte" (Sport; grün wie der Rasen, das kann kein Zufall sein) und "Entretenimento" (Unterhaltung; orange, hmm?) angezeigt. Auch nett ist die Information, die in der Kopfleiste des Internet-Explorers (oder so; das Ding da ganz oben, in dem der Name der Seite mit kurzer Beschreibung steht...) angezeigt wird: "Absolut alles über Sport, Nachrichten, Unterhaltung und Video."

Zu den wichtigsten Fernsehstationen Brasiliens zählen die bereits erwähnte Rede Globo, SBT (Sistema Brasileiro de Televisão) und die Rede Bandeirantes. Bei den nur über Kabel zu empfangenden Sendern gehören CNN, MTV Brasil, Discovery Channel, HBO Brasil und Globosat zu den Meistgesehenen.

Fernsehen in Brasilien; Bild: SN/globoDie Ära des brasilianischen Fernsehens begann bereits 1950 mit "Tupi São Paulo", jedoch erst Anfang der 70er Jahre wurde das neue Medium massentauglich gemacht und sollte im Auftrag der Militärregierung seine integrative Wirkung voll entfalten. Ziel war die nationale Vereinigung, um das Land vor "kommunistischen und subversiven Einflüssen" zu schützen. Der Staat sorgte für die nötige Infrastruktur, der Rest wurde weitestgehend privaten Initiativen überlassen. So begann 1962 die Rede Globo, ein privates Zeitungs- und Rundfunkunternehmen im Besitz von Roberto Marinho, seine Erfolgsgeschichte mit Hilfe von amerikanischem Kapital und Know-how sowie Subventionen des Militärs. Die Globo entwickelte mit dem "Jornal Nacional" das erste Telejournal Brasiliens und spezialisierte sich im Laufe der Zeit auf die Produktion von Telenovelas.

Heute besitzt die Globo eine technische Reichweite von 99,84% und produziert den Großteil ihrer Programme selbst in den hauseigenen Studios in Rio de Janeiro und São Paulo. Sie hat im Grunde absoluten Monopolstatus in der brasilianischen Fernsehlandschaft und bringt es zum "Horário nobre" (Vor- und Hauptabend, ca. 18.00 bis 22.00) zum Teil auf landesweite Einschaltquoten von bis zu 90(!)%.

"Und was machen wir morgen, Brain?" "Na was schon, Pinky. Wir versuchen die Weltherrschaft an uns zu reißen!"

# anita klingler

Rio Blog 2.19
vor 678 Tagen | Kommentare [3] | Tags: anita, geburtstag, reisen, rio, stories | Autor: anita

Kindergeburtstag feiern auf Brasilianisch. So was hat die Welt noch nicht gesehen. Ich zumindest bis dato nicht. Anita aus Rio.

Da möchte man meinen, Kinder bräuchten einfach nur eine schöne Schokotorte und ein paar Freunde um Geburtstag zu feiern. Nicht so in Brasilien. Hier wird das Wiegenfest des Sprösslings zu einem Happening der ganz besonderen Art.

Ballons so weit das Auge reicht; Bild: SN/anita

Sonntag, 8.10.06, Tatort: Casa Baron Garden, Tatzeit: 9.00 Früh. Verdächtige Geräusche sind zu vernehmen vor meiner Zimmertür, die auf unvorhergesehene Missstände umbautechnischer Art hindeuten. Leises Grauen beschleicht mich, als ich an mein letztes unvorhergesehenes Wochenend-Abenteuer zurückdenke. Neeeiiinn! Ich habe keine Lust auf 80 Leute im Haus, es ist kalt und grausig und ich will mich den ganzen Tag mit einem Buch im Bett verkriechen. Keine Chance, der Handbohrer lässt mir keine Ruhe. Dumpf dämmert meinem geistig umnachteten Hirn, dass Hausherr Dag doch letztens etwas von Geburtstagsparty gemurfelt hatte...

Klar, Geburtstage sind wichtig. Zumindest bis zu einem gewissen Alter. Nach 18 ändert sich ja nicht mehr viel, außer der Zahl und den Runzeln im Gesicht. Erwachsen werden sollte man vielleicht irgendwann, aber das ist eine andere Geschichte.

Plastikträume werden wahr; Bild: SN/anita

Bei näherer Betrachtung handelt es sich bei dem nervenaufreibenden Geräusch nur um den Akku-Schrauber, der des Nachwuchses Spielträume in eine Wunderwelt aus Hartplastik verwandeln soll. Schließlich muss alles vorbereitet sein, wenn die Party des zweijährigen Geburtstagskindes um 16.00 (!!) losgeht. Die ersten Bierdosen haben auch schon ihren Weg in den Restmüll gefunden, die kleinen Gäste dürfen ja nicht denken, die Party fände rein zum Amüsement der Eltern statt. Wenigstens ist der Veranstalter so nett, die anwesenden Hausbewohner zur Fete einzuladen. Na dann Prost.

Ballons so weit das Auge reicht; Bild: SN/anita
Eingang zum anderen Reich; Bild: SN/anita
Man beachte die Bierdose im Vordergrund; Bild: SN/anita
Eines der Büffets; Bild: SN/anita
Was zum Spielen und was zum Naschen, wo bleibt die Überraschung?;  Bild: SN/anita
The Yellow Submarine; Bild: SN/anita
Ein süßer kleiner Fratz (!!); Bild: SN/anita
Plastikträume werden wahr; Bild: SN/anita
Ich will Spaß, ich geb Gas;  Bild: SN/anita

Geburtstage sind also wichtig, deshalb gehören sie gefeiert. Weshalb allerdings ausgerechnet der erste Geburtstag des Sprösslings dazu herhalten muss, die finanzielle Potenz des Vaters für die gesamte Nachbarschaft sichtbar in Hunderte Luftballons verwandelt zu demonstrieren, können sich zuweilen nicht einmal die Brasilianer selbst erklären. Besonders wichtig sind der erste und der fünfzehnte Geburtstag. Dazu werden so einige Attraktionen angeleiert, von Clowns über ein absolut überdimensionales Büffet bis hin zu professionellen Foto-Shootings. Manche Väter gehen beim 15. Geburtstag der Tochter sogar so weit, ganze Gratulationsartikel zu verfassen und im Internet zu posten. ?Menschliche Worte sind unzureichend, um die Emotion, die uns in einem Moment wie diesem ergreift, auszudrücken. Es erstrahlt heute Nacht ein Licht, das noch heller strahlt als die Sterne, nicht am fernen Himmel, sondern hier in unserer Mitte, das glückliche Lächeln unseres hübschen Geburtstagskindes.? Nichts ist zu teuer, zu pompös oder übertrieben.

Man beachte die Bierdose im Vordergrund; Bild: SN/anita

Um 17.00 trudeln die ersten Gäste ein, was vermutlich auf den brasilianischen ?atraso básico? (die Basis-Verspätung) zurückzuführen ist. Mir schwant bereits Übles, was das geplante Ende der Fete um 21.00 angeht. Was Zwei- bis Zehnjährige um Neun am Abend noch auf einer Party zu suchen haben, ist mir ohnehin schleierhaft. Die Stimmung steigt, der Lärmpegel ebenfalls, inzwischen ist es bereits nicht mehr möglich, sich in meinem Zimmer zu unterhalten ohne zu schreien. Einen ersten Wutanfall versuche ich noch zu unterdrücken, als plötzlich die Tür aufgeht und eine erwachsene (!) Stimme fragt ?Jemand da??. Ja, doch, eigentlich schon. Ich nehme mir vor, Dag zu sagen, dass die Gäste eigentlich nicht das Recht haben, im Haus herumzustreifen und einfach alle Türen zu öffnen. Ich mache also meinerseits die meine auf und stelle mich bereits breitbeinig und mit bösem Blick in den Rahmen, um den in der Zwischenzeit aufgetauchten neugierigen Bengel einzuschüchtern. Zugegebenermaßen ein recht schwieriges Unterfangen, zumindest bei einer Körpergröße von 1,59 m. Der Fratz schlüpft also einfach an mir vorbei ins Zimmer und sieht sich gemütlich um, bevor ihn seine leicht peinlich berührte Mutter aus dem Raum zerrt. Inzwischen ist meine Laune auf dem Nullpunkt. Ich verziehe mich in die Küche und warte darauf, dass das Geschrei aufhört. Was mich daran hinderte, das Haus zu verlassen als die Luft noch halbwegs rein war? Tropischer Winterregen. Schlimmer als Salzburg, ich schwöre.

# anita klingler

INTERNET

Für Eventualitäten: Hier geht's zur Themenauswahl für die Geburtstagsfete und zur Auswahl der Torte (wenigstens glaube ich, dass das auf den Fotos Torten sind...)

Eines Vaters Ode an die nunmehr fünfzehnjährige Tochter (leider nur auf Portugiesisch)

Zu süß um wahr zu sein: Gedicht in Zuckerlrosa

Rio Blog 2.18
vor 682 Tagen | Kommentare [3] | Tags: anita, reisen, religion, rio, stories | Autor: anita

Spiritismus und Aberglaube sind Dinge, die man bei uns in Europa weitestgehend aus dem Alltag verbannt hat. Nicht so in Brasilien. Anita aus Rio.

Religion auf Brasilianisch

Letztens saß ich beim Essen in der Küche und dachte darüber nach, was mir bereits einige Menschen über den Geist des Hauses, in dem ich wohne, erzählt hatten. Das Haus ist über 150 Jahre alt und gehörte angeblich Joaquim António Ferreira, dem Baron von Guaratiba, einem reichen aus Portugal stammenden Edelmann, der aufgrund seiner Wohltätigkeit von den Armen geliebt wurde. Woher der Geist kommt, weiß natürlich keiner, gesehen haben ihn aber anscheinend schon einige. Angeblich zeigt er sich nur, wenn man allein zu Hause ist. Es war ein regnerischer und windiger Tag, die Windläden schlugen leicht gegen die Fenster und es wurde bereits dunkel. Ich sinnierte noch darüber nach, inwiefern man solchen Geschichten Glauben schenken könnte, als plötzlich die Türglocke läutete. Ich muss dazu sagen, dass ebendiese sich manchmal verselbständigt und einfach losgeht, ohne dass jemand an der Tür steht (ich schwöre, hab ich mehr als einmal miterlebt!). Noch dazu ist sie einfach irre laut. Ich sprang also wie elektrisiert vom Tisch in die Höhe, schlug mir prompt die Knie an der Tischkante an und stellte erleichtert fest, dass vor der Haustür nur die Frau unseres Vermieters, Mabele, stand um herauszufinden, ob die Glocke denn noch funktionierte. Leider kein Witz.

Religion auf Brasilianisch

Wäre Synkretismus eine Religion, Brasilien hätte die meisten Anhänger. Beinahe jeder glaubt an mehr als nur die Katholische Kirche und besucht ab und zu Spiritistenzentren, kennt jemanden, der schon einmal bei der Umbanda war oder hat selbst schon einmal die Inkorporation einer Entität des Candomblé miterlebt. An verschiedensten Kirchen (um nicht zu sagen Sekten) mangelt es zumindest hier in Rio ebenfalls nicht. Fast an jeder Straßenecke findet eine Versammlung der "Assembleia de Deus" (Pfingstbewegung) oder der "Igreja de Jesus Cristo dos Últimos Dias" (Christuskirche der Letzten Tage, wird zu den Mormonen gezählt) statt.

 

 

Die Vermischung von Katholischem Glauben mit der Verehrung der Orixás des Candomblé (wichtigster afro-brasilianischer Kult; es gibt außerdem noch die Umbanda, beide werden unter dem Namen Macumba zusammengefasst) hat ihre Wurzeln in der Sklavenzeit Brasiliens. Die ab etwa 1530 aus Afrika eingeschifften Sklaven wurden aus Strategiegründen von Familie und Stammesgenossen getrennt verkauft, um möglichen Aufständen vorzubeugen. Allen Vorkehrungen zum Trotz fand über Religion und Kultur eine starke Identifikation und Verbrüderung statt, aus der die heutige Form des Candomblé entstand. Es handelt sich dabei um eine Form von Spiritismus, die verschiedenste Götter und Geister (Orixás, Voduns oder Inkices) anbetet, die von afrikanischen Gottheiten abgeleitet wurden. Die Gläubigen tanzen sich in Trance und inkorporieren (ein Geist oder Orixá manifestiert sich in einem Menschen und spricht bzw. handelt durch ihn) "ihre" Orixás. Aus der Verbindung von Glaube und Musik des Candomblé ("Axé"-Musik - die "reine Kraft") entwickelte sich unter anderem die inzwischen auch in Europa beliebte Capoeira, eine Kampfsportart, die aus Tarnungsgründen in Tanzform trainiert wurde.

Religion auf Brasilianisch

Mitte des 16. Jahrhunderts kam mit den Jesuiten auch die Zwangskonversion nach Brasilien. Um den afrikanischen Sklaven den "Umstieg" zu erleichtern, fanden die Gottheiten des Candomblé ihre jeweilige Entsprechung in den Heiligen der Katholischen Kirche. So steht etwa Oxalá, die oberste Gottheit im Candomblé, für Jesus Christus, Xangô für den Heiligen Petrus, Ogun je nach Region für den Heiligen Sebastian (Bahia) oder den Heiligen Georg (Rio de Janeiro).

Religion auf Brasilianisch

Der Candomblé starb jedoch entgegen den Erwartungen der Ordensbrüder nicht aus, sondern verbreitete sich unter dem Deckmantel des Katholischen Glaubens weiter. Zur legalen Religion wurde er erst 1978. Heute bekennen sich etwa zwei Millionen Brasilianer zum Candomblé, etwa die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung besucht hin und wieder ein Spiritistenzentrum.

 

Katholischer Glaube und Spiritismus sind dabei leichter miteinander zu vereinbaren als man denkt. Die Katholische Kirche liefert ein allumfassenderes philosophisches Erklärungsmodell, während beim Candomblé von den Gottheiten mithilfe von Opfergaben Rat und Hilfe in speziellen Situationen erbeten wird. So kann man überall in der Stadt über kleine "Opferaltare" stolpern. Es handelt sich dabei meist um Speisen, Blumen und Kerzen, die an einem strategisch günstigen Ort aufgestellt werden. Interessant ist, dass sich kein Bettler je an einer dieser Opfergaben vergreifen würde, nur für Straßenhunde werden sie hin und wieder zu einem gefundenen Fressen.

Religion auf Brasilianisch

"Medien" gibt es allerdings nicht nur im Candomblé, auch nicht-spiritistische Menschen können Geister, seltener Orixás inkorporieren. Diese Medien oft in der Lage Dinge zu tun, zu denen sie im normalen Leben nie fähig wären. Es gibt zahlreiche Berichte von Menschen, die plötzlich Wissen besaßen, von dem niemand erklären konnte, wo dieses hergekommen war. Der wohl berühmteste Geist ist jener von Dr. Adolf Fritz, einem deutschen Militärarzt, der angeblich im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen war. José Pedro de Freitas, besser bekannt als Zé Arigó, wurde 1950 als erstes Heilmedium von Dr. Fritz "benutzt". Zé Arigó, im realen Leben Bergarbeiter mit geringer Schulbildung, wurde im Trancezustand zum Werkzeug des deutschen Arztes und führte in den insgesamt 21 Jahren seiner Tätigkeit zahlreiche chirurgische Eingriffe, ohne Anästhesie und unter primitivsten hygienischen Bedingungen, durch. Als Operationsinstrumente dienten Taschenmesser, Haushaltsscheren und Rasierklingen. Seit Zé Arigós Unfalltod 1971 behaupteten bereits verschiedenste Geistheiler, ebenfalls vom Geist des Dr. Fritz besessen worden zu sein.

 

Glaube und Aberglaube sind in Brasilien fix im alltäglichen Leben verankert. Fast ein jeder ist felsenfest von der Existenz guter und böser Geister überzeugt, mit logischen Erklärungsversuchen kommt man hier nicht weit. Besonders eigenartig sind die Schilderungen nicht-spiritistischer Personen, die durch Zufall bei einer spontanen Inkorporation (ohne Vorbereitung bzw. Trance) dabei waren. So geschehen bei zwei Freunden von mir, die alle beide Stein und Bein schwören, dass bei ihren Erlebnissen tatsächlich eine überirdische Macht am Werk gewesen sei. Allein bei den Beschreibungen stellte es mir bereits die Nackenhaare auf. Vielleicht sollte ich mich besser doch nicht mehr über unseren Hausgeist lustig machen...

 

# anita klingler

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