Schon einmal überlegt, was du alles zu Hause hast und nie gebraucht hast, aber trotzdem immer irre cool fandest und damals unbedingt haben musstest?
Knallroten Lippenstift zum Beispiel. Nagellack in allen erdenklichen Farben. Einen I-Pod. HA! Hab ich nicht, brauch ich nicht, werd ich mir auch nicht zulegen. Für die paar Mal Busfahren reicht auch der alte CD-Walkman. Sonst müsst ich mir am Ende noch Sorgen machen, dass ihn mir wer klaut. Den I-Pod meine ich.
Jedoch treibt die Technik in den letzten Jahren wirklich unglaubliche Blüten. Kamerahandys. Tststs. Ich komme mit meiner fünf Jahre alten Gurke, die Ausmaße einer halben Telefonzelle hat, eigentlich ganz gut durch's Leben. Eins kann sie ja, telefonieren nämlich. Und mehr braucht ein Telefon (wie der Name schon sagt) auch nicht zu können. Wer braucht Farbdisplay und Klingeltöne zum Runterladen? Ganz abgesehen davon, könnte mir bitte jemand erklären, warum mich der Security-Mensch in der Arge darauf hinweist, dass ich die Kamera wegtun soll, weil man hier nicht fotografieren darf, wenn alle die Handys auspacken und eh sogar die besseren Bilder machen als ich? Gut, liegt in dem Fall zwar an mir und nicht an der Kamera (dem einzigen Glanzstück meiner Techniksammlung. Zusammen mit meinem Mini-disc-Recorder. Weiß überhaupt noch wer, was das ist?), aber das muss ich dem Security ja nicht reindrücken.
Apropos Handy. Wer von euch da draußen jagt eigentlich so verzweifelt neuen Musikstücken hinterher, dass er ein inoffizielles Jahresabonnement beim "Trackservice" hat? Für diese Menschen ist nämlich Abhilfe in Sicht: das Handy mit eingebauter Song-Erkennung. Ich war überrascht ob eines halbseitigen Artikels im Standard ("Light my Fire" singt die Creme - im Archiv zu finden). Es muss also wichtig sein. "Track-ID" heißt das Wunderding, das uns in Zukunft sagt, welches Lied denn grad im H&M rennt. Lebenswichtig. Wirklich. Stell ich mir irre interessant vor bei Fernsehwerbung. Oder im Shamrock. Oder besser noch in der SegaBar. Man will ja schließlich wissen, wovon man den ganzen Tag zugedröhnt wird. Da gibt's dann sicher ob der stetig voranschreitenden Musikproduktion super Zusatz-Software, um tatsächlich immer auf dem neuesten Stand zu sein. Oder rennt das dann eh schon alles übers Internet? Ach so, via Datenfunk, klärt uns der Artikel auf. Na dann ist ja alles gut. Funktioniert das Ding auch im Ausland? Ansonsten hab ich grad eine Marktlücke entdeckt. Handy-Tool für die automatische Musikerkennung in Frankreich. Und Spanien. Weil da spielen's eh keine internationale Musik und da ist das dann superwichtig zu wissen, ob das tatsächlich Shakira ist oder doch Juanes. Oder natürlich etwas gaaaaanz anderes.
Und dann noch mein absoluter Liebling, die externe Festplatte. In Zeiten, in denen so ein Zusatzding schon mehr Speicherplatz hat als die in meinen Laptop integrierte Hard-Disc, fange ich an mir Sorgen zu machen. Habe ich tatsächlich so wenig verbreitungswürdigen Kram auf meiner Festplatte? Sollte ich irgendwann anfangen, irgendwelchen Scheiß aus dem Internet runterzuladen, um ihn dann auf meiner (imaginären) externen Festplatte zu bunkern? Wieviel Daten braucht der Mensch? Wie viele Festplatten? Ich glaube, ich lege mir die Tage mal einen neuen USB-Stick zu. Der alte hat nämlich nur 64 MB Speicherplatz. Doch das ist nicht der Grund. Er hat seit zwei Jahren einen Wackelkontakt.
#anita klingler
PS: Weitere Infos über das von Gracenote in die Welt gesetzte "Track ID" habe ich zwar nicht wirklich gefunden, aber dafür auf der Sony Ericson-Seite die (hoffentlich) erste Uhr, mit der man Anrufe und SMS steuern kann. Hallelujah, das hat die Welt gebraucht. Kann das Ding auch mein (ebenfalls imaginäres) Auto parken?






























