FRITZ-logo
Salzburger Nachrichten
Wer's noch nicht gemerkt hat: FRITZ ist printmäßig auf wohlverdienter Sommerpause - ab Herbst starten wir wieder voll durch ...
Online geht's natürlich auch in den Ferien weiter ...

[ aktuelle moblogs ]


Erstellt am 17.03.08 16:54

Happy St. Patrick's Day!
[vor 173 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 16:34
nettes verlies in der festung

[vor 179 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 15:16
anemonenfisch aka clownfisch aka nemo


[vor 179 Tagen von moblogger]

Erstellt am 11.03.08 12:08
wow - salzburg von oben ist cool!

[vor 179 Tagen von moblogger]

Fotografiert am 07.12.07 22:32
das absolute hammerkonzert im rockhouse!

[vor 271 Tagen von moblogger]
Einfach ein MMS an 0676-800505505 senden - und schon wird dein Bild in diesem Weblog veröffentlicht.

[ Klingeltöne ]

Klingeltöne, Logos, Spiele und Videos für dein Handy.
[ jetzt kaufen ]
FRITZ-logo 
Dinge, die die Welt nicht braucht
vor 498 Tagen | Kommentare [0] | Tags: anita, nasenbluten, stories, technik | Autor: anita

Schon einmal überlegt, was du alles zu Hause hast und nie gebraucht hast, aber trotzdem immer irre cool fandest und damals unbedingt haben musstest?

Knallroten Lippenstift zum Beispiel. Nagellack in allen erdenklichen Farben. Einen I-Pod. HA! Hab ich nicht, brauch ich nicht, werd ich mir auch nicht zulegen. Für die paar Mal Busfahren reicht auch der alte CD-Walkman. Sonst müsst ich mir am Ende noch Sorgen machen, dass ihn mir wer klaut. Den I-Pod meine ich.

Jedoch treibt die Technik in den letzten Jahren wirklich unglaubliche Blüten. Kamerahandys. Tststs. Ich komme mit meiner fünf Jahre alten Gurke, die Ausmaße einer halben Telefonzelle hat, eigentlich ganz gut durch's Leben. Eins kann sie ja, telefonieren nämlich. Und mehr braucht ein Telefon (wie der Name schon sagt) auch nicht zu können. Wer braucht Farbdisplay und Klingeltöne zum Runterladen? Ganz abgesehen davon, könnte mir bitte jemand erklären, warum mich der Security-Mensch in der Arge darauf hinweist, dass ich die Kamera wegtun soll, weil man hier nicht fotografieren darf, wenn alle die Handys auspacken und eh sogar die besseren Bilder machen als ich? Gut, liegt in dem Fall zwar an mir und nicht an der Kamera (dem einzigen Glanzstück meiner Techniksammlung. Zusammen mit meinem Mini-disc-Recorder. Weiß überhaupt noch wer, was das ist?), aber das muss ich dem Security ja nicht reindrücken.

Dinge, die die Welt nicht braucht; Bild: SN/sony ericssonApropos Handy. Wer von euch da draußen jagt eigentlich so verzweifelt neuen Musikstücken hinterher, dass er ein inoffizielles Jahresabonnement beim "Trackservice" hat? Für diese Menschen ist nämlich Abhilfe in Sicht: das Handy mit eingebauter Song-Erkennung. Ich war überrascht ob eines halbseitigen Artikels im Standard ("Light my Fire" singt die Creme - im Archiv zu finden). Es muss also wichtig sein. "Track-ID" heißt das Wunderding, das uns in Zukunft sagt, welches Lied denn grad im H&M rennt. Lebenswichtig. Wirklich. Stell ich mir irre interessant vor bei Fernsehwerbung. Oder im Shamrock. Oder besser noch in der SegaBar. Man will ja schließlich wissen, wovon man den ganzen Tag zugedröhnt wird. Da gibt's dann sicher ob der stetig voranschreitenden Musikproduktion super Zusatz-Software, um tatsächlich immer auf dem neuesten Stand zu sein. Oder rennt das dann eh schon alles übers Internet? Ach so, via Datenfunk, klärt uns der Artikel auf. Na dann ist ja alles gut. Funktioniert das Ding auch im Ausland? Ansonsten hab ich grad eine Marktlücke entdeckt. Handy-Tool für die automatische Musikerkennung in Frankreich. Und Spanien. Weil da spielen's eh keine internationale Musik und da ist das dann superwichtig zu wissen, ob das tatsächlich Shakira ist oder doch Juanes. Oder natürlich etwas gaaaaanz anderes.

Dinge, die die Welt nicht braucht; Bild: SN/western digitalUnd dann noch mein absoluter Liebling, die externe Festplatte. In Zeiten, in denen so ein Zusatzding schon mehr Speicherplatz hat als die in meinen Laptop integrierte Hard-Disc, fange ich an mir Sorgen zu machen. Habe ich tatsächlich so wenig verbreitungswürdigen Kram auf meiner Festplatte? Sollte ich irgendwann anfangen, irgendwelchen Scheiß aus dem Internet runterzuladen, um ihn dann auf meiner (imaginären) externen Festplatte zu bunkern? Wieviel Daten braucht der Mensch? Wie viele Festplatten? Ich glaube, ich lege mir die Tage mal einen neuen USB-Stick zu. Der alte hat nämlich nur 64 MB Speicherplatz. Doch das ist nicht der Grund. Er hat seit zwei Jahren einen Wackelkontakt.

#anita klingler

PS: Weitere Infos über das von Gracenote in die Welt gesetzte "Track ID" habe ich zwar nicht wirklich gefunden, aber dafür auf der Sony Ericson-Seite die (hoffentlich) erste Uhr, mit der man Anrufe und SMS steuern kann. Hallelujah, das hat die Welt gebraucht. Kann das Ding auch mein (ebenfalls imaginäres) Auto parken?

Dinge, die die Welt nicht braucht; Bild: SN/western digital

Eine Ära geht zu Ende
vor 502 Tagen | Kommentare [4] | Tags: anita, blumfeld, musik, nasenbluten, stories | Autor: anita

Passend zum letzten Blog: Noch eine Band die mich begleitet hat, und das aber acht Jahre lang. Blumfeld verabschieden sich von Salzburg mit einem fulminanten Konzert. Und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anitaIch war (so zur Abwechslung) 16, als das Album Old Nobody veröffentlicht wurde. Zusammen mit der auf ihm enthaltenen Single "Tausend Tränen tief". Und ich war verliebt. Nicht nur in den zwei Jahre älteren Bernhard, der mir zum ersten mal mein Herz brechen sollte, sondern in diese zerbrechliche, fast durchsichtige Erscheinung in einem Video, die "ein Lied von zwei Menschen" singt, darüber "wie Liebe sich anfühlt". Natürlich war es besser als Echt. Auch besser als Silverchair, aber letzteres wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Es sollte noch einige Jahre dauern, bis ich mir der vollen Tragweite meiner Entdeckung bewusst werden sollte. Den ersten Höhepunkt erreichte diese bei einem Rockhouse-Konzert am 12. Februar 2004, als mir Blumfeld mit ihrem support, dem absolut herrlichen Heinz Strunk, zum ersten Mal gegenüber standen. Ein großartiger Abend voll mit toller Musik, noch besseren Texten und einem leicht exzentrischen Distelmeyer, der irgendwann in die Menge schrie "Jetzt seid doch mal ruhig, ich will was sagen." Plötzlich herrschte Stille im Saal, Distelmeyer hielt seinen Kurz-Monolog, dann durfte wieder gerockt werden. Und wie!!! Das hätte ich ihnen gar nicht zugetraut. Oh ja, Blumfeld rocken. Besser gesagt, sie rockTen. Gestern zum letzten Mal in Salzburg nämlich.

Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anita
Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anita
Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anita
Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anita
Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anita

Es war das erste Abschiedskonzert meines Lebens. Meine großen Helden, die Smashing Pumpkins, hatten sich getrennt, als ich gerade mal 17 war. Ich hatte also keinen Führerschein (ja, den mit 17 gab's damals noch nicht) und auch keine älteren Freunde oder Kollegen, die mit mir nach München zum Konzert gegrattelt wären. So musste ich also hilflos mit ansehen, wie DIE Band meiner Jugend (gleich nach der Besten Band der Welt, die ich im Übrigen auch noch nie live gesehen hab, aber die gibt's wenigstens noch) sich trennte, ohne dass ich  je beim Konzert gewesen wär. Es war schrecklich. Dann kamen die fürchterlichen Zwan, bei denen Billy Corgan plötzlich auf "Schaut her, ich bin gar nicht depressiv" machte und es schlussendlich doch nicht durchziehen konnte. Dann das äußerst üble Solo-Debüt, das ich mir kaufen musste, weil's von Corgan war. Und jetzt die Reunion. Wer glaubt, dass ich die jetzt noch sehen will, hat falsch gedacht. Dann doch lieber noch ein Konzert der (fantastischen!) A Perfect Circle.

Blumfeld auf Abschiedstour; Bild: SN/anitaDoch zurück zu Blumfeld. Eine fantastische und zuweilen sehr schräge Band (man erinnere sich an den Apfelmann-Song des Albums "Verbotene Früchte"), die mir nach wie vor nur zu oft aus der Seele spricht. Und genau deshalb weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Das Konzert war großartig. Sie haben aufgehört, als es am schönsten war. Und ich war deprimiert. Ob der Aussicht, so etwas nie wieder zu erleben. Einen fröhlichen, grinsenden Jochen Distelmeyer, der sichtlich Spaß am Spiel hat und sich offenbar sehr wohl fühlt in seiner Rolle. Nach gut zwei Stunden ist es vorbei. Die Hände tun weh vom vielen Klatschen. Nicht nur die Band ist sichtlich gerührt. Ich sehe mich betreten um. Blumfeld ist Geschichte.

#anita klingler

Scheintot
vor 505 Tagen | Kommentare [7] | Tags: anita, nasenbluten, stories | Autor: anita

Woran merkt man eigentlich, dass man tatsächlich alt wird? Wenn der kleine Cousin plötzlich kein Teenager mehr ist? Wenn man die ersten Ansätze von Mimikfältchen entdeckt? Alles falsch. Schuld an der Vierteljahrhundert-Krise sind You tube, My Space und gmx.

Die gute alte Zeit... Bild: SN/universalKim Frank hat ein neues Album. Ja, genau der. "Himmelblau" heißt es. Was daran bemerkenswert ist? Es klingt genauso, als hätten es Echt vor fünf Jahren aufgenommen. Tschuldigung. Auf seiner Homepage regt sich Kim nämlich darüber auf, dass alle immer nur von der Vergangenheit reden würden und dabei hätte er so viel zu erzählen über das, was er jetzt macht. Komisch nur, dass er das ganze Album lang über Trennung, Schmerz und verlorene Liebe singt. Dabei ist die Trennung von seiner Freundin angeblich (laut seiner Homepage) ungefähr zur gleichen Zeit passiert, wie die Trennung von Echt. Insofern scheinen doch Werk und Meister ziemlich in der Vergangenheit verhaftet zu sein, was es natürlich schwer macht, das Album losgelöst vom historischen Kontext zu beurteilen. Vor allem, wenn sich seit "Du trägst keine Liebe in dir" und "Junimond" relativ wenig getan hat, sowohl textlich als auch musikalisch. Bombastischer Streicher-Deutschpop gepaart mit Kim Franks leicht schmachtender Stimme, die "nach einigem Herumprobieren" (unter anderem mit einer gesanglichen George Michael-Variante - alles nachzulesen bzw. zu hören auf www.kimfrank.de) nun wieder genau so wie zu den Zeiten von Echt.

Die gute alte Zeit... Bild: SN/universalRichtig gruselig wird es allerdings bei den Fotos. Er hat sich tatsächlich nicht verändert, zumindest kaum. Die Haare schauen noch genauso aus wie vor fünf Jahren. Auch sonst ist irgendwie alles beim alten. Obwohl... Der Mann trägt jetzt Fliege. Was daran gruselig ist? Ja, ich fand ihn furchtbar hübsch, damals mit 16. Ich war kein Überdrüber-Fan oder so, doch entsprach Kim Frank damals schon in den Gründzügen meiner Idealvorstellung von "Mann". Und jetzt? Jetzt frage ich mich, wie lange es dauern wird, bis er auch so erwachsen aussieht, wie er sich angeblich fühlt. Nochmals entschuldigung.

Die gute alte Zeit... Bild: SN/virginUnd erst der gottgleiche Daniel Johns, dessen Stimme mir etwa im selben Alter Schauer über den Rücken jagte. Eine Welt brach zusammen, als ich erfuhr, dass er eine Freundin hatte. Noch dazu eine, die ich außerordentlich hübsch fand. Keine Chance also für mich. Im Gegensatz zu Kim Frank hat der sich inzwischen optisch allerdings ziemlich verändert und jetzt stört es mich auch gar nicht mehr, dass er 2003 seine "langjährige Freundin" dann auch geheiratet hat. Alt ist er geworden, hat komische Tatoos am Arm und auf den aktuellen Fotos ein höchst eigenartiges blaues Auge. Und Bartwuchs. Was man von Kim Frank vermutlich nicht behaupten kann.

Vermutlich stellt sich nun bei einigen die Frage, was zum Teufel meine schwülstigen Jugenderinnerungen zwangsläufig mit Alt-Sein zu tun haben sollen. Außer natürlich, dass ich biologisch beinah ein Jahrzehnt gealtert bin. Kim Frank und Daniel Johns spielen seit eben dieser Zeit eigentlich keine Rolle mehr in meinem Leben. Und dann das.

Wahrlich hirntot, wie auf der Seite verkündet: Dr. Jekyll; Bild: SN/dr. jekyllIch schaute mir friedlich ein Video von Siouxsie and the Banshees an, als mir zum Schluss You Tube ein paar Vorschläge machte, was ich mir denn sonst noch anschauen könnte. Miss You Love von Silverchair zum Beispiel. Mir viel auf, dass ich noch nie ein Silverchair-Video gesehen hatte. Zumindest nicht von DEM Album, Neon Ballroom, meinem Lieblingsalbum, das mindestens ein dreiviertel Jahr im CD-Player rotierte (im Gegensatz zu Echt, da hatte ich nur eine einzige Single, die von "Du trägst keine Liebe in dir" nämlich). Damals gab's ja auch kein You Tube. Und kein My Space, wo man über Dr. Jekyll  ("Zwei Schirurgen drehen durch") stolpern kann. Gmx gab es schon, aber keine neue CD von Kim Frank, die da groß angekündigt wird, wenn man nur kurz seine Emails checken will. Und dann tritt Kim Frank wieder in mein Leben. Und ich will wissen, was der denn jetzt so macht. Wo er war. Wo er hin will. Und ich komm mir alt vor, so als wär die Zeit für ihn stehen geblieben und für mich nicht. Dafür hab ich mich in irgendeiner Weise weiterentwickelt. Glaube ich jedenfalls.

#anita klingler

PS: Mein Cousin ist jetzt 20 und hat sein erstes eigenes Auto. Ich nicht. Nicht mehr 20 und noch kein eigenes Auto. Schade irgendwie. Dafür werde ich irgendwann alt und weise.

Die gute alte Zeit... Bild: SN/universal

Nemesis
vor 512 Tagen | Kommentare [3] | Tags: anita, nasenbluten, stories | Autor: anita

Mein Hirntod naht. Mit großen Schritten. In Gestalt meiner eigenen Dämlichkeit nämlich.

Hirntot. Oder zumindest fast.Bitte könnte mich irgendwer retten?!? Vor mir selbst?! Wie kann man auch nur so doof sein. Vielleicht hat mir auch die Sonne auf meinem Balkon in (Wherethefuckis) Gneis auch in den letzten zwei Tagen die Gehirnwindungen versengt. Kann ja sein. Immerhin hatte es ja mindestens fünfzig Grad. Deshalb schau ich jetzt auch so aus, als käme ich frisch aus dem Urlaub. Doch mitnichten! Ich befand mich in Balkonien, sehr wohl, doch mit Magisterarbeitslektüre in der einen und Textmarker in der anderen Hand. Ich war also fleißig, während meine Haut um geschätzte drei Jahre alterte.

Soweit, so gut. Doch was hat das mit meinem plötzlichen Hirntod zu tun? Viel. Ich bin inzwischen ja bereits daran gewöhnt, dass man flexibel sein muss, was das Magisterarbeitsthema angeht. Zumindest den Fokus. Oder die ganze Arbeit. Oder die Literatur. Die Theorie. Was auch immer. Aber dass einem plötzlich das Untersuchungsmaterial abhanden kommen kann, war mir neu. Ich bin unschuldig!!!

Doch fangen wir von vorne an. Im Jänner verbrachte ich drei Wochen meiner kostbaren Zeit in den verschiedensten Bibliotheken Rio de Janeiros, um die Literatur für meine Magisterarbeit zusammen zu tragen. Ich kämpfte gegen bescheuerte Auflagen, überdiensteifrige Bibliothekarinnen und die Nationalbibliothek. Ich hatte schließlich, was ich wollte. Nicht alles, aber man bekommt selten alles, was man will. Ich begann zu lesen. Und das ist es, was ich nun tagein, tagaus mache: ich lese. So macht man das. Man verschafft sich einen Überblick. Oder tut wenigstens so. Und dann das.

Hirntot. Oder zumindest fast. Bild: SN/germina literaturaJorge de Sá hat mein Leben zerstört! Er öffnete mir die Augen und ließ mich erkennen, dass nur da, wo Crônica draufsteht auch Crônica drin ist. Soll heißen, ein Kolumnist macht noch keinen Cronista. Im Klartext: mein Untersuchungsmaterial ging flöten. Ich hatte eine Woche meiner kostbaren Zeit damit vergeudet, jede einzelne Seite der auserwählten Zeitschrift des gesamten Jahresbestandes von 2005 zu fotografieren, um nun fest zu stellen, dass ich genauso gut am Strand hätte liegen können. Es würde tatsächlich keinen Unterschied machen. Wie soll ich eine Magisterarbeit schreiben zum Thema "Die Crônica und ihre journalistische Funktion", wenn ich keine Crônica zum Untersuchen hab?! Wieso zum Teufel verzichtet die größte Zeitschrift Brasiliens auf die brasilianischste Textgattung von allen? Und warum ist mir das nicht schon früher aufgefallen?

Aber der Fehler liegt letztendlich gaaanz woanders. Mit ein bisschen Fantasie grundsätzlich nicht einmal bei mir. Ich bin einfach zu gutgläubig. Ich hätte die Idee zu dieser Magisterarbeit, die dem Kopf eines Professors für brasilianische Medienwissenschaften entsprang (er möchte an dieser Stelle sicher lieber ungenannt bleiben), einfach hinterfragen sollen. Zumindest die Namen, die er mir gab. Dazu werden wir Studenten doch herangezüchtet, um vernünftig denken zu lernen. Um die Aussagen von anderen zu hinterfragen. Um selbständig zu arbeiten. Diogo Mainardi ist kein Cronista. Wieso wusste ich das nicht? Mein Leben ist im Eimer.

Was meinte gestern meine Freundin Elgin, die aus beruflichen Gründen inzwischen in München weilt, zu meinem Malheur? "Lass den Kopf nicht hängen, das wird schon. Die Magisterarbeit ist nicht dein Untergang, auch wenn sie die Titelmusik von Titanic spielt. Das ist alles nur Show..." Na dann ist ja alles gut.

Eine andere Geschichte: Laut O Globo online wurde letzten Dienstag der deutsche Priester Wolfgang Johannes Hermann in seiner Wohnung in Belém im brasilianischen Bundesstaat Pará erstochen. Von einem 18-jährigen Freudenjungen nämlich. Die Nachbarn des Geistlichen hörten Schreie und alarmierten die Polizei, die den Täter in flagranti erwischte. Cássio Adriano de Jesus Figueiredo wurde mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Leiche des Priesters wurde in einer Hängematte gefunden, nackt. In einer ersten Befragung gab der Junge zu Stricher zu sein, nahm diese Aussage später jedoch zurück und gab an, den Priester in einem Einkaufszentrum kennen gelernt zu haben. Der Geistliche habe ihn zu sich nach Hause eingeladen und sei zudringlich geworden. 

O Globo berichtet weiter, dass Cássio ebenfalls beschuldigt wird, seinen homosexuellen Mitbewohner bestohlen zu haben. Der Erzbischof von Belém, Dom Orani João Tempesta, bedauerte die Brutalität des Verbrechens und sagte, er werde die Ermittlungen der Polizei verfolgen.

Ganz besonderes Augenmerk sollte an dieser Stelle auf den Zusammenhang zwischen dem nackt in der Hängematte gefundenen Priester, den krankenhausreifen Schnittwunden des 18-jährigen Strichjungen und dem Kommentar des Erzbischofs gelegt werden.

#anita klingler

PS: Wer nicht weiß, was die beiden Geschichten miteinander zu tun haben, google doch bitte den Titel und denke dann ein bisschen nach. Danke.

Hirntot. Oder zumindest fast. Bild: SN/germina literatura

Login

[ FRITZ_community ]

Mitglieder: 2109
Beiträge: 3914
Mitglieder online: 0

[ blogstatus ]

Blogname: Nasenbluten & schwerwiegende Erkenntnisse
User: anita
Mitglied seit: 12. Mai 06
Status: offline

[ Aktuelle Einträge ]

Die ersten Tage mein...
anita 12.07 - 13:19

Grenzgänge
anita 27.06 - 23:38

System ist alles
anita 18.06 - 22:24

Ich habe kein Leben!...
anita 12.06 - 22:53

Frauen haben's schwe...
anita 12.06 - 10:08

[ Meine letzten Bilder ]

[ Feeds ]

[ Freier Text (1) ]

[ Freier Text (2) ]

[ CD ]


Zeca Baleiro
Vo Imbola


Zeca Baleiro
Perfil


Smashing Pumpkins
Adore


Devendra Banhart
Cripple Crow

[ Lesestoff ]


Zoe Barnes, Ulrike Ostrop, Joachim Peters
Ooops! Wie konnte mir denn das passieren?


Ethan Hawke
Aschermittwoch


J.K. Rowling, Klaus Fritz
Harry Potter und der Halbblutprinz. Band 6