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Gurgel Waber Blubb
vor 694 Tagen | Kommentare [2] | Tags: cdkritik, cdreview, chris, musik | Autor: chris

"Searching....- the Dubs" - Jan Delay macht Dub Remixe seines Reggaealbums "Searching for the jan soul rebels"

Jan Delay - "Searching...... - The Dubs" SN/UniversalIch rede ja immer wieder mal vom Bildungsauftrag, den wir hier zu erfüllen haben und gehe dabei ja immer davon aus, dass ich, als der im Bilde, den Auftrag habe, euch zu bilden. Das geht meistens ganz gut, weil ich über viele Dinge aus dem großen Bereich der Popmusik genug Geniales, Irrelevantes und Unbeholfenes zu sagen habe. Schwierig wird es allerdings, wenn man die aktuelle Platte von Jan Delay "Searching....- The Dubs" besprechen muss, die voll ist mit Dub-Remixen von Jan Delays erstem Album "Searching for the jan soul rebels". Da hilft es nämlich nichts, dass man weiß, dass Jan Delay Hamburger ist, als Rapper bei den Absoluten Beginnern, einer der wichtigsten deutschen HipHop Bands bekannt wurde, sich in Interviews und Texten gerne mal kämpferisch und revoluzzerisch gibt und dass er auf seiner letzten Platte "Mercedes Dance" den Disco-Funk spielt, wenn man keine Ahnung hat, was Dub ist. Aber der Bildungsauftrag ist stark. Ich hab recherchiert und kann euch jetzt erklären, was Dub ist. Und was gelernt hab ich auch noch dabei. Nämlich was Dub ist. Und diese Recherche war um einiges spannender, als das Album selbst.

Also, Dub ist eine Unterform, oder auf neudeutsch Subgenre, des Reggae. Da wurden in den 70ern für die B-Seite von Singles, Remixe (oder besser "Versionen") von den Songs auf der A-Seite fabriziert, die sich dadurch auszeichneten, dass die Stimmen völlig oder großteils verschwunden waren und Bass und Schlagzeug extrem in den Vordergrund gerückt wurden. Die übrigen Instrumente wurden mit viel Hall und Echo versehen, was insgesamt eine sehr wabernde, blubbernde und gemütlich dahin groovende Stimmung ergab.

Jan Delay -
Jan Delay -
Jan Delay -
Jan Delay -
Jan Delay -
Jan Delay -
Jan Delay -

Den Ursprung des Wortes hat mir Genzel folgendermaßen erklärt: Dub kommt von "double", weil eben der Bass gedoppelt wurde. Dieser wuchtige, erdige Bass, meistens nicht nur doppelt, sondern auch noch tiefer, ist das Rückgrat des Dub. Jan Delay hat das mit dem Bass allerdings ein bisschen vernachlässigt, aber dazu später mehr. 
Der Einfluss von Dub ist bis heute ein großer in Dance, Techno, House, Drum'n'Bass, Triphop und Hiphop. Aber auch im Punk hat er sich eingeschlichen, so zu hören bei The Clash. Massive Attack und kürzlich die Gorillaz können und wollen den Dub Einfluss ebenfalls nicht verleugnen. 

So, genug Geschichte. Jetzt wieder zu Jan Delay. Der hat mit seinem Debütalbum "Searching for the jan soul rebels" ein Reggaealbum gemacht und da Reggae am Anfang von Dub stand, sind Dub Remixe dieses Albums durchaus schlüssig. Wohl ein Herzensprojekt, denn weder Dub noch Reggae sind in Deutschland Megaseller, aber da er mit "Mercedes Dance" momentan ganz gut präsent ist, ist der Zeitpunkt günstig "Searching....- The Dubs" rauszubringen.

Wie klingst? Nun, im Vergleich zu den, im Zuge meiner Recherchen gehörten, Dub Remixen, die Bill Laswell so macht - und der ist ja einer der Könige des Faches - ist Jan Delays Gebräu ein bißchen dünnflüssig und mager. Klar tuckert, gurgelt und groovt das alles gemütlich vor sich hin, aber so richtig dick und fett wird es selten und so richtig zum wegspacen wird's erst gegen Ende. Und dann, wenn man so richtig drin ist, ist es auch schon wieder aus. Irgendwo zwischen drin kriegen Xavier Naidoo und Samy Deluxe kurze Vocal Aufritte, aber da die Vocals im Dub zweitrangig sind.....egal.
Ich muss allerdings zugeben, ich habs jetzt ein paar Mal gehört und ich hab trotzdem meine Freude mit meinem ersten Dub Album. Der Einstieg ist gemacht, es werden weitere kommen.

    robi | 07.01.2007 um 21.27 Uhr
    Na da bin ich ja beruhigt, dass dir diesmal wieder mehr eingefallen ist - aber mal ganz ernst: schön und flockig zu lesen. Würde das Ding, trotz deiner kleinen Einwände, gerne mal mein Innenohr kitzeln lassen ... I guess it's smooth.

     

    dubhead | 09.01.2007 um 11.00 Uhr
    ... klingt fein, wobei nur kurz für alle wirklich Dub-Interessierten, die Erfinder des Dub (der schon bereits in den 50ern(!) und 60ern startete) - von denen auch alle Alben heute noch nur so vor Kraft und Genialität strotzen sind u.a.: Lee "Scratch" Perry, King Tubby und Augustus Pablo; bei den heutigen Dub-Erfindern gehört 'Mad Professor wohl zu den Besten; nur so nebenbei ;-))

    dub fe di plessure!
    ye olde dubhead

     

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