Am 10.03.2007 war es wieder soweit - das diesjährige vorgezogene Frühlingserwachen. Geladene Gäste waren ARS MORENDI, COLLAPSE 7, FLESHLESS, BLINDED COLONY, EKTOMORF, GRAVEWORM. Und a Gaudi woas.
Ein in vieler Hinsicht überraschendes Spring Metal 2007. Da kommt man als engagierter FRITZe schon relativ bald aufs Festival um auch die erstgereihten Bands noch zu erwischen, und dann ist die ARGE zu so früher Stunde schon so gefüllt, dass man meinen könnte der Abend ist schon fortgeschritten und als nächstes steht der Headliner am Programm. Nach dem Betreten der Halle verstärkt sich der Eindruck nochmal ? über der Stage prangert groß und deutlich der Ektomorf-Schriftzug in gut sichtbaren gelben Lettern. Stirnrunzeln macht sich breit... Hab ichs etwa doch geschafft zu verschlafen, und es nicht einmal gemerkt? Als nächstes folgt ein Blick durch die Halle... Hmm, es sind zwar nicht wenige Leute da, aber für den Headliner dann doch ein bissl zu wenig. Für mehr Licht ins Dunkel sorgen dann ein Blick auf die Uhr und auf die Setlist ? kombiniere, kombiniere... es ist erst knapp vor 19:00 und Ars Morendi spielen. Ektomorf kommt doch erst um einiges später wie ich sehe. Allerdings nicht als Headliner; den Posten haben sie mit den ehrwürdigen Graveworm getauscht. Trotzdem zieht sich das Ektomorf-Logo über der Stage durch den ganzen Abend - entweder müssen alle anderen Bands wirklich große Fans sein, oder sie sind einfach zu bescheiden um sich durch ein eigenes Logo in den Vordergrund zu drängen. Oder vielleicht ist es ihnen schlicht und einfach egal. So sinds halt die Schwermetaller...
Aber nun genug von den Introspektionen und zurück zum Anfang, also zu Ars Morendi. Für Fans war das leider/glücklicherweise eine der wenigen Gelegenheiten die Band 2007 live zu sehen. Aufgrund der obligatorischen 'musikalischen Differenzen' zwischen Mitgliedern hatte die Trash/Death-Band in der Vergangenheit schon mit 'musikalischen Pausen' zu kämpfen. Nun gibts aufgrund personeller Umstrukturierungen zwar keine Umbesetzung, aber erstmal eine längere Schaffenspause. Soundtechnisch hat es jedenfalls Sinn gemacht Ars Morendi an den Anfang zu legen. Im Laufe des Abends wurden die Bands dann graduell besser. Wie z.B. die Doom/Death-Partie Collapse 7, die gleich als nächste auf der Stage waren. Dem Death-Metal taten jedenfalls die Doom-Einflüsse sehr gut und unter anderem boten Collapse 7 einige Gassenhauer, die auch bei Nicht-Fans angenehmes Zucken der Nackenmuskulatur hervorrief. Gerüchteweise sind Mitglieder von Collapse 7 sogar so phöse & durchtrieben, dass sie japanisch sprechen.
Im Lauf vom Auftritt von Collapse 7 war die Halle schon so prall gefüllt mit begeisterten und interessieren Zuhörern wie man sich es als Headliner auch wünschen würde. Was sich bei der nächsten Band Fleshless auch nicht änderte. Wie nicht anders zu erwarten huldigten Fleshless auch dem Death/Trash/Sonstwas-Metal - was auch nicht zu überhören war. Grund zur Klage gabs nicht, war alles recht solide. Etwas variantenreichter war der Sound der darauf folgenden Blinded Colony. Da gab es auch cleane Gesangspassagen zu hören, gesprochenen Text und dazu Riffs die nicht ausschließlich dem Death/Trash-Sektor entsprangen. Der Sänger klang bei den harten Passagen für meinen Geschmack etwas zu sehr Nu-Metal-mässig... aber gut, man kann ja nicht alles haben. Klar ist, dass die musikalischen Wurzeln von Blinded Colony etwas breiter gefächert sind - hört man sogar heraus ohne auf der Homepage nachzulesen.
Der Abend war nun schon etwas fortgeschrittener, und so musste erstmal eine ausgedehntere Pause her. Zum Einen um diverse Erfrischungsgetränke zu konsumieren und zum anderen um etwas Konversation zu betreiben mit anderen Besuchern dieses Events des werten Kulturverein Metallic Arts. Hierbei fällt auf, dass der Anteil an Jungvolk, sprich Schwermetall-Nachwuchs recht groß war. An der Anzahl der T-Shirts zu urteilen scheinen vor allem Ektomorf eine rechte Teenie-Band zu sein - bemerkenswert! Durch das ausgedehnte Schauen und Unterhalten hätt ich doch fast Kayser, die nächste Band auf der Setlist verpasst. Glücklicherweise blieben noch ein paar Minuten um mich zu überzeugen, dass der auf ihrer Homepage gepriesener Black Sabbath/Megadeth/Slayer Sound hält was er verspricht. Dabei sind die Megadeath-Einflüsse zum Glück nicht wirklich herauszuhören.
Tja, und dann wären wir eh schon bei den beiden Headlinern angelangt. Ektomorf und Graveworm. Wobei letztendlich die ursprünglichen Headliner Ektomorf dann doch vor Graveworm gespielt haben. Der Publikumsansturm bei Ektomorf war enorm. Kein Wunder - erstens wegen der hervorragenden Live-Performance und zweitens wegen der unterschwelligen Beeinflussung durch das übergroße Ektomorf-Logo über der Stage, das ja auch keiner anderen Band gewichen ist. Aber gut, wenn schon ein Drittel aller Leute mit Ektormorf T-Shirts anreisen war das ja wohl klar. Nicht wenige Die-Hard Ektormorf-Fans verausgabten sich bei der Performance ihrer Lieblingsband wohl ziemlich, und waren für den Rest des Abends schlapp. So kann mans zumindest erklären, dass bei der letzten Band des Abends, Graveworm, die Halle nicht mehr ganz so prall gefüllt war als kurz zuvor. Naja, was solls mir egal - mein Favourit des Abends waren Graveworm auf alle Fälle. Prutaler Sound, eindrucksvolles Propeller-Headbanging und schön lang gespielt haben sie auch - was will man mehr. Unter den Songs war sogar eine Coverversion von Iron Maidens FEAR OF THE DARK zu finden. Zugegebenermaßen wär mir das ohne fachkundige Hilfe nicht aufgefallen. ;-)
Das wars dann auch schon mit Kunst & Kultur. Der einzige Wermutstropfen war, dass die angekündigte Aftershow-Metalparty nicht wirklich bis 04:00 gedauert hat. Zumindest nur mit einem sehr erlesenen Publikum, da der Großteil der Festivalbesucher nach Graveworm ziemlich flott die Heimfahrt angetreten hat. Aber abesehen davon - ausgezahlt hat es sich auf jeden Fall. Und a Gaudi woas a.
#erhard furtner
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