Am 31. Mai besuchte Rick Kavanian die ARGEKultur. Ohne seine zwei Parade-Freunde, dafür mit seinem ersten Solo-Programm "Kosmopilot".
Es war ein lustiger Abend. Manch einer möchte meinen, er hätte etwas in der Art bereits kommen gesehen, jedoch ist Schenkelklopfer-Humor letztendlich nicht jedermanns Sache. Auch kann man nach zwei Filmen mit ähnlich geartetem Witz dessen leicht überdrüssig werden. Gut, die Figuren sind ironisch, aber meistens auch ein bissl doof. Manchmal sogar ein bissl sehr doof. Umso positiver überrascht das erste Solo-Programm von Rick Kavanian, das Unterhaltung auf deutlich höherem Niveau bietet, als dies in Sketch-Form überhaupt möglich wäre. Ohne Verkleidung, ohne Hilfsmittel, nur mit Veränderung der Stimme und Körperhaltung schlüpft Kavanian in die verschiedensten Rollen und sprüht vor Energie. Er scheint sich selbst auch solo nicht ganz ernst zu nehmen, steckt auch Pannen locker weg und lässt sich auf sein Publikum ein. Dabei hat der Abend nicht gerade reibungslos angefangen.
Rick Kavanian betritt die Bühne in Jeans und Fußballshirt mit einer knallorangen Mütze auf dem Kopf. Die Musik setzt ein, er fängt an zu rappen, doch niemand versteht ein Wort. Er bricht ab: "Sagt mal, funktioniert das Mikro überhaupt? Nicht oder? Ok." Und verlässt mit einem Schulterzucken die Bühne, während ein Techniker vom Zuschauerraum hinter die Bühne joggt und somit den Verdacht nahelegt, dass diese Aktion nicht geplant war. Alles zurück auf Anfang, die Show kann beginnen.
Rick, der Arme, muss zwei Wochen ohne seine Frau auskommen, die ihm eine ganze Liste an Dingen hinterlassen hat, die er ohne sie erledigen soll. Not ist am Mann, weshalb sich Rick Unterstützung von seinen zwei Studienkollegen Giagl (Schorsch), seines Zeichens bayrischer Tourmanager des ebenso bayrischen Papstes im Vatikan, und Dimitri Stoupakis, dem ersten griechischen Indianer, holt. Natürlich ist von vorneherein klar, dass das nicht gut gehen kann. Vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass Ricks Frau das Geld für die Stromrechnung am Fensterbankerl in der Küche hat liegen lassen. Mit vereinten Kräften versuchen Giagl (Schorsch), Dimitri und Rick mit Hilfe von Scheiblettenkäse der Lage Herr zu werden, was die Risiken einer Intimrasur zwar nicht vermindert, aber dafür ohne Probleme lockere Fliesen wieder an die Wand pappt. Rick erzählt von seinem Elternhaus und seiner Frankophobie, lästert über Giagls (Schorschs) Fernsehshow im Vatikan und erklärt uns, was genau unter einem "Liegendkocher" zu verstehen ist. Das Oberhaupt des bayrischen Großreiches kommt genauso auf seine Kosten, wie Loddar, Jürgen Kliensmann und Ricks Oma.
Rick Kavanian wagt sich mit "Kosmopilot" erstmals allein in noch unbefahrene Gewässer vor. Viel näher am österreichischen Kabarett als an der deutschen Comedy liefert er ein Program, das trotz einiger Griffe in die Schublade des leicht untergründigen Humors (Intimrasur...) mit wirklich guten Gags aufwartet. Vor allem die kreativen Wortspielereien des Dimitri Stoupakis machen das genauere Zuhören auf jeden Fall die Mühe wert. Dazu kommt Ricks unglaubliche Verwandlungskunst, die mitreißt und beeindruckt. Wer immer schon einmal wissen wollte, was Ricks Vater zu Edmund Stoiber zu sagen hat, sollte sich die Chance auf keinen Fall entgehen lassen!
#anita klingler
INFO
Rick Kavanian - Kosmopilot-Tour 2007: Die weiteren Termine
05.06. Bad Salzschlirf - Kulturkessel
06.06. Braunschweig - Brunsviga
12.06. Öhringen - Kultura
13.06. Nürtingen - Schlachthofbräu Nürtingen
14.06. Stuttgart - Theaterhaus T2
15.06. Karlsruhe - Jubez
19.06. und 20.06. Berlin - Quatsch Comedy Club
27.06. bis 30.06. München - Lustspielhaus
INTERNET
www.rickkavanian.de
offizielle Homepage
"WAS HAT DER HIMMLER MIT MCDONALD'S ZU TUN?"
Rick Kavanian spricht im FRITZ-Interview über sein erstes Solo-Programm "Kosmopilot". Sympathisch ist er, der Rick, so ganz ohne seine Parade-Freunde, Requisiten und Kostüme. Hier geht's zum Interview.












