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Emigrate befreit
vor 354 Tagen | Kommentare [8] | Tags: cdkritik, emigrate, flo, interviews, musik | Autor: flo

Harter und herzlicher Rock. Mit ihrem Debutalbum nehmen EMIGRATE die Hörer mit auf eine Reise voller Kraft und Gefühl. Gründer und Rammstein-Gitarrist Richard Z. Kruspe im Interview.

EMIGRATE ist das erste Soloprojekt des bekannten Rammstein-Gitarristen Richard Z. Kruspe. Das Album handelt von Veränderungen und einem Neuanfang im Leben von Menschen. "Um als Mensch zu wachsen muss man sich verändern und man muss sich der Veränderung stellen." sagt Kruspe im FRITZ-Interview.
Im Gegensatz zu vielen anderen Rock- und Metalbands setzt Kruspe mit EMIGRATE auf harten und dennoch stets melodiösen Rock.
Lange schon träumte der Musiker davon, seinen Ideen grenzenlose Freiheit zu geben, uneingeschränkt Musik zu schreiben und zu singen. "Es ist ein Projekt gewesen, das ich schon lange in meinem Herzen und in meinem Kopf hatte", erzählt Kruspe und bedauert zugleich, dass nicht schon früher Platz dafür gewesen sei.
Mit EMIGRATE wurden seine Gedanken nun endlich Realität. Als Schreiber, Produzent und Sänger hatte KRsupe dazu alle Möglichkeiten in der Hand.

EMIGRATE SN/EMI
EMIGRATE SN/EMI
EMIGRATE SN/EMI
EMIGRATE  SN/EMI

Als Mitarbeiter wählte er Musiker anderer bekannter ROckbands, mit denen er selbst jedoch noch nie Musik gemacht hatte. " Als das erste Mal Probe war, war ich extrem nervös. Aber scheinbar habeichein ganz gutes Händchen dafür."
Im weiteren Gespräch hebt Kruspe die untereinander herrschende Harmonie hervor. "Das lag, glaube ich, vor allem auch daran, dass die Hierachie eindeutig geklärt war". Das Ergebnis der gemeinsam Arbeit spricht für sich.

"Am Ende habe ich eine ganze Menge gelernt"

Die gewonnen Freiheiten brachten allerdings auch Probleme mit sich. Als langjähriger Musiker und Mitglied von Rammstein hatte er zwar die notwendigen Erfahrungen im Umgang mit seinen Bandkollegen, doch Produktion und Gesang waren für ihn Neuland. "Ich musste die gesante Produktion alleine managen.Dabei wurden natürlich auch Fehler gemacht. Aber am Ende habe ich viel gelernt."
eine der größten Entscheidungen für Krusoe war die Frage, ob er selbst singen oder einen Sänger nehmen solle. Eine innere Stimme bestärkte ihn in seinem Vorhaben selbst das Mikrofon in die Hand zu nehmen. Den entscheidenden Ausschlag gab schließlich Weggefährte und EMIGRATE-Bassist Arnoud Giroux: "Richard, du hast die Songs geschrieben, die musst einfach du singen. Fertig. Da gibt es keinen anderen Weg."
Kruspe singt im Gegensazu zu seiner Hauptband Rammstein auf englisch. Für Kruspe ist die engliche Sprache eine große Befreiung gewesen. Sie ermögliche ihm eine Offenheit,die in der deutschen Sprache unmöglich gewesen wäre.
Auch für die Zukunft hat Richard Kruspe mit EMIGRATE schon große Pläne. Ein zweites Album soll erscheinen wenn es die dichten Terminkalender der Bandmitglieder zulassen. Auch eine Tour ist geplant, die Kruspe und Co. auch durch Österreich führen wird.

CD KRITIK:
Genre: Rock / Metal/ Electro-Rock

Richard Z. Kruspe setzt auf harten und dennoch sehr melodiösen Rock. Der Hörer kann spüren, dass es bei diesem Album um sehr persönliche Dinge geht. Die Veränderungen und damit verbundenen Herausforderungen spiegeln sich in den 11 Tracks dieser CD wieder.
EMIGRATE überzeugt mit harmonischen Beats und elektronischen Parts, die bei anderen Bands gleicher Stilrichtung fehlen. Kruspes Stimme ist durchdringend und lässt mit Sicherheit keinen kalt.
Zu den absoluten Höhepunkten der CD zählen die Songs "Emigrate", "In My Tears" sowie "You Can't Get Enough", wobei die restlichen Songs kaum nachhinken. Diese CD besteht aus "sehr guten" und "noch besseren" Songs und sind für Rockfans ein absolutes Muß!
Wer Vergleiche zu Rammstein ziehen möchte kann dies gerne tun, doch für mich spielen die beiden Gruppen in unterschiedlichen Ligen.
Rammstein ist mit seiner deutschen Mentalität wesentlich roher als EMIGRATE. Die englische Sprache verleiht den Songs eine Leichtigkeit, welche die Tiefe und Kraft der Songs in ein harmonisches Konzept bringt.

Es ist das erste Mal für Kruspe, dass er am Mikrofon steht und seine eigenen Songs singt. Diese Premiere hat er mit Auszeichnung bestanden.
Ich freue mich auf sein zweites Album mit EMIGRATE und hoffe, dass er die mit dieser CD hochgelegte Messlatte wieder erreicht.

Interview:

FRITZ: Hallo, wie gehts?
RICHARD Z. KRUSPE: Mir geht's sehr gut. New York, 11 Uhr...
FRITZ: Wie hat es mit EMIGRATE angefangen? Es war ja ein längerfristiges Projekt von dir?
RICHARD Z. KRUSPE: Es ist ein Projekt gewesen, das ich schon lange in meinem Herzen und in meinem Kopft hatte. Schon damals, als ich Rammstein gegründet hatte, hatte ich das Gefühl ich wollte Gitarre spielen und gleichzeitig singen. Ich hatte aber damals bei Rammstein das Gefühl, dass nicht die richtige Zeit und nicht der richtige Platz da war. Aber das Pflänzchen wuchs immer weiter. So richtig gestalt hat es angenommen, als ich beschlossen habe nach New York zu gehen und hier auch mein Leben neu anzufangenn.
FRITZ: Du hast keine Gastsänger, du singst alles selbst. Wie kommt das?
RICHARD Z. KRUSPE: Das Problem am Anfang war, dass ich als Komponist natürlich sehr viel Erfahrung hatte und als Sänger halt nicht. Es war Anfangs sehr frustrierend und habe auch darüber nachgedacht einen Sänger zu nehmen. Aber ich hatte auch das Gefühl das ich die Richtung wegdränge in die ich eigentlich wollte. Mein Bassist und Mitstreiter Arnoud Giroux meinte zu mir 'Richard, du hast die Songs geschrieben, die musst einfach du singen. Fertig. Da gibt es keinen anderen Weg'. Ab dem Punkt lief es dann.
FRITZ: Wie weit hat deine Erfahrung mit Rammstein für EMIGRATE eine Rolle gespielt?
RICHARD Z. KRUSPE: Eine große, alles was ich gelernt habe fließt bei anderen Projekten mitrein. Auf einmal stand ich natürlich auch alleine da, musste die ganze Produktion alleine managen. Alles was sonst Plattenfirmen und Produzenten machen war nun auf meinen Schultern. Dabei wurden natürlich auch Fehler gemacht. Aber am Ende habe ich viel gelernt.
FRITZ: In wie fern war die englische Sprache für dich eine Befreiung?
RICHARD Z. KRUSPE:  Eine sehr große Befreiung. Es ermöglicht mir eine gewisse Offenheit zu haben, die ich in der deutschen Sprache nie hatte. Mit der deutschen Sprache habe ich eine gewisse Tiefe die wunderschön, aber auch manchmal sehr bedrückend sein kann. Manchmal möchte man auch nicht gleich alles in der ersten Fünf oder Zehn Minuten sagen, auf Deutsch würde ich das aber tun. Die englische Sprache ermöglicht es mir besser meine Balance zu finden.
FRITZ: Gibt es in deinem Album eine Message?
RICHARD Z. KRUSPE: Es gibt nicht eine Message, die ich in die Welt hinausschreien möchte. Was EMIGRATE symbolisiert ist eine alte Tradition, die das Wort schon in sich hat. Um als Mensch zu wachsen muss man sich verändern und man muss sich der Veränderung stellen. Ich habe nocheinmal von vorne angefange und mir geht es gut dabei. Darum geht es bei EMIGRATE, man sollte auf sein inneres hören und  Veränderungen nicht scheuen.
FRITZ: Bleibst du Rammstein erhalten?
RICHARD Z. KRUSPE: EMIGRATE und Rammstein ergänzen sich, leben von einander. Es hält alles in Balance.
FRITZ: Wird es eine Tour geben?
RICHARD Z. KRUSPE: Wenn es sich terminlich ausgeht wird es eine Tour geben, auch Österreich wird dabei sein.
FRITZ: Danke für das Interview. Wir wünschen die noch viel Erfolg und alles Gute.


#florian richter

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    sonja (anonym) | 03.09.2007 um 13.26 Uhr
    musste dieses interview auch vor der veröffentlichung zum korrekturlesen an herrn von und zu kruspe geschickt werden, der sich mittlerweile am liebsten in deutschen society-TV-formaten räkelt? da liest, sieht und hört man ja schräge sachen von dem typen...

     

    lungenkuss | 05.09.2007 um 16.04 Uhr
    ist rohheit ein attribut der deutschen mentalität?

     

    flo | 10.09.2007 um 08.39 Uhr
    in gewisser weise ja.
    die deutsche sprache ist nicht unbedingt berühmt für ihre einfühlsamkeit und romantik. sie ist kraftvoll und gewaltiger. im vergleich zu englisch oder gar französisch ist sie sehr roh. ;-)

     

    lungenkuss | 10.09.2007 um 10.09 Uhr
    falsch.
    1. eine verbindung zwischen dem klang einer sprache (das ist es, was du vermutlich meinst) und mentalität kann nicht hergestellt werden.
    2. eine sprache ist nicht einfühlsam oder uneinfühlsam. höchstens ihr sprecher.
    3. eine sprache ist nicht romantisch oder unromantisch. höchstens ihr sprecher.
    4. du meinst, deutsche sprache sei kraftvoll und gewaltiger als andere sprachen? meinst du das wirklich, oder tust dich jetzt a bissi entschuldigen?

    übrigens: schon mal was von der "deutschen ROMANTIK" (literaturgeschichte) gehört?

     

    toni | 11.09.2007 um 14.25 Uhr
    @lungenkuss: über punkt vier solltest dich mal mit einem briten oder US-Amerikaner unterhalten. Deren klischee ist nämlich genau jenes, dass deutsch kraftvoll usw. ist. Ein weiteres (internationales) klischee der deutschen sprache ist ja auch, dass sie als sprache des militärs bezeichnet wird, was ja auch zum klischee der "preußischen" mentalität passt (siehe dein punkt 1).
    als selbstversuch: sprich mal "rammstein" mit deutschem und mit amerikanischem akzent aus und dann sag mir, was kraftvoller, militärischer klingt. (rrammmschtein oder rähmsdayn)

    und genau deshalb ist rammstein bei den amis ja so beliebt, weil sie genau dem klischee entsprechen bzw. es auf die spitze treiben. den vergleich zwischen deutsch und englisch auf dieser ebene zu ziehen ist in diesem kontext imho absolut zulässig, da muss man nicht gleich die differenzierungskeule schwingen.

     

    lungenkuss | 11.09.2007 um 16.24 Uhr
    1. du sprichst von klischees, so als ob diese richtig, in ordnung, sinnvoll und gut wären. sind sie aber nicht.

    2. mir ist bewusst, dass die sprachen deutsch und englisch vom klangcharakter her unterschiedlich sind. und diesen kann man selbstverständlich vergleichen. und da darf man sich dann von mir aus auch adjektiven wie "roh" oder "sanft" bedienen. aber vom klangcharakter auf die mentalität zu schließen, ist unzulässig. der text und der flo machen das aber. die lösung läge darin, nicht der "deutschen mentalität" die attribute "rohheit" und "gewaltigkeit" (flo) zu unterstellen (oder sie gar auf diese art zu verherrlichen), sondern dezitiert vom klangbild(!) zu sprechen. sonst kommen (hoffentlich) immer leute daher, die sich dagegen wehren, wenn ein volk, eine nation, eine mentalität pauschal als gewaltiger, roher, gefühlloser (ich erspar mir die polemik, die jetzt hier kommen könnte) dargestellt wird.

    die welt ist nicht schwarz-weiß.
    mentalitäten sind nur tendenzen.
    sprachklang hat nichts mit mentalität zu tun.

    lg

     

    toni | 12.09.2007 um 13.38 Uhr
    mein lieber lungenkuss,
    zu 1.: das ist eine unterstellung, wo sage ich das?
    zu 2.: bitte aus einer mücke keinen elefanten machen.

    grüße, toni

     

    lungenkuss | 12.09.2007 um 14.07 Uhr
    zu 1.: du benützt die klischees zur rechtfertigung. also misst du ihnen wert bei.
    zu 2.: es geht darum, dass man sich klar ausdrückt. wenn man von mentalitäten (hier: der deutschen) spricht, kann man nicht rohheit etc. als charakteristika anführen. aus historischen gründen ist hier sensibilität gefragt. ein satz wie "x ist mit seiner deutschen Mentalität wesentlich roher als y." provoziert! zur verdeutlichung: rohheit und gewalt waren erstrebenswerte eigenschaften des männlichen ariers. man kann und darf die ns-zeit nicht abhaken oder hinter sich lassen. gewisse formulierungen sind heute nicht mehr möglich bzw. erfordern rechtfertigung (so etwa die aussage im text und die von flo). es handelt sich hier um ein sprachproblem. und sprachprobleme sind keine mücken.

    lg

     

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