"I listened to it and realised that I like every song exactly the same, which never happens." (Bam Margera)
2003 haben HIM mit "Love Metal" ihr eigenes Genre definiert. Nach einem unverzeihlichen Ausrutscher zwei Jahre später haben die Finnen nun wieder dorthin zurückgefunden, wo sie hingehören: nicht unter die Sonne Kaliforniens, sondern in die Finsternis Lapplands. Wiederum definieren sie ihre Musik im Zuge des Album-Titels: die römische Liebesgöttin als Synonym für die Frauenwelt steht der Verdammnis und dem Untergang gegenüber, was sich nicht nur in den Texten der Songs sondern auch im Sound widerspiegelt. Eingängige Melodien werden mit harten Riffs, Gitarren-, Bass- und Drum-Soli untermalt. Die Stimmvariationen Valos sind so breit gefächert, die Band als Einheit so klar erkennbar wie nie zuvor.
Im Interview hat Sänger Ville Valo bestritten, dass besondere äußere Umstände ein Album gut oder schlecht werden lassen. Die Outputs sprechen eine andere Sprache. Führte Valo vor der Produktion von Dark Light ein Leben in Saus und Braus mit allem, was Frontmann sich nur wünschen kann, so sah die ganze Sache vor den Aufnahmen zu Venus Doom ganz anders aus. Private Talfahrten scheinen bei HIM der Schlüssel zum Erfolg zu sein und der Mut für musikalische Experimente führt die Band auf die nächste Stufe ihrer Karriere, die nicht mehr nur um in Ohnmacht fallende Teenager und dementsprechende Berichte in der pubertären Fachpresse kreist.
Schon immer prägte das epische Songwriting Valos die romantisch-infernalischen Texte von HIM und mit den ins Fleisch gestochenen Augen Edgar Allen Poes dichtet es sich anscheinend noch leidenschaftlicher. Ob beim einminütigen "Song Or Suicide" oder beim zehnminütigen Epos "Sleepwalking Past Hope", Gesang und Instrumentierung schmeicheln einander auf spannende und erwachsene Art und Weise, die sogar die Anhängerschaft von Doom-Metal-Bands wie Type O Negative oder Paradise Lost aus der Reserve locken könnte. "Passion?s Killing Floor" und "Bleed Well" sind die subjektiven Highlights von "Venus Doom", aber wie schon erwähnt: "I listened to it and realised that I like every song exactly the same, which never happens."
#stephanie bürgler
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