Allan Strattons Nachfolgeroman von "Worüber keiner spricht" möchte ein äußerst schwieriges Thema behandeln: Das Schicksal afrikanischer Kindersoldaten.
"Fähige Kommandeure greifen sich die Waffen, die am leichtesten zugänglich sind, und keine Waffe ist leichter zu bekommen oder zu kontrollieren als Kinder." (Ehemaliger Kommandeur in Burundi, November 2005)
Sechs Monate sind vergangen, seit Chandas Mutter an Aids gestorben ist. Seitdem kümmert sich die 17-Jährige praktisch allein um die beiden jüngeren Geschwister Iris (6) und Soly (5). Zusammen mit ihrer Freundin Esther und deren Geschwistern lebt sie in einem Häuschen in Bonang. Die Kinder gehen zur Schule, Chanda gefällt ihr Job als Lehrerin, das Leben der kleinen Familie scheint in geordneten Bahnen zu verlaufen. Wenn da nicht der Traum wäre. Der Traum, der Chanda nicht zur Ruhe kommen lässt. Jede Nacht wacht sie schreiend auf, sodass die Nachbarn denken, sie werde überfallen.
"In meinem Traum lebt Mama und sie ist gesund. 'Wie schön, an einem so wunderbaren Tag am Leben zu sein', lacht sie. Ich liebe ihr Lachen, es ist kräftig und voll und erhellt den Tag wie die Sonne. 'Es wird ein Unwetter geben.' Sie hat recht. Am heiteren Himmel haben sich Wolken gebildet. 'Bring Soly und Iris in Sicherheit.' Der Himmel ist schwarz."
Immer ist es derselbe Traum, der Chanda peinigt. Sie sieht ihre Mutter, die ihr sagt, sie soll ihre Geschwister in Sicherheit bringen. Sie soll nach Tiro laufen, ins Dorf, in dem die Großeltern wohnen. Die Familie, mit der sie nicht mehr gesprochen hat, seitdem sie ihre kranke Mutter von ihnen weggeholt hat. Die Straße hat sich im Sturm in Schlamm verwandelt. Immer mehr Kinder kommen von den Viehweideplätzen auf die Straße gerannt. Sie alle laufen nach Tiro, bringen sich in Sicherheit. Doch Chanda und ihre Geschwister können sich nicht rühren. Sie stehen bis zu den Knien im Schlamm.
Auf das Drängen von Esther und der Nachbarin Mrs Tafa hin reist Chanda mit Iris und Soly zu den Verwandten nach Tiro, um herauszufinden, was es mit Chandas Albtraum auf sich hat. Doch das Dorf wird überfallen und die Kinder von Rebellen aus dem Nachbarstaat verschleppt. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Nelson macht sich Chanda auf die Suche nach dem Rebellenführer Mandiki, um ihre Geschwister zu retten.
Mitreißend und kurzweilig erzählt Allan Stratton von Verlust und Trauer, Mut und Lebenslust. Er beschreibt Chandas Leben, das ihrer Familie und den Schrecken, den die Rebellen verbreiten. Die schreckliche Situation der Kindersoldaten und deren psychische Ausnahmesituation streift der Autor nur am Rande. Zu oberflächlich plätschert der Roman dahin, um das tatsächliche Grauen erfassen zu können. Jedoch mag das auch nicht seine Aufgabe sein.
#anita klingler
INFO
"Chandas Krieg" - Allan Stratton
Roman
333 Seiten
Verlag dtv pocket









ich habe dieses buch in den letzen wochen gelesen ...
Mir persönlich hat es gut gefallen, es ist sehr spannend und traurig und es ist sehr empfehlenswert, wenn man sich für das genannte thema interissiert .
viel spaß beim lesen