The Sorrow beweisen es, From Dawn To Fall beweisen es und jetzt auch Delicious Red. Nämlich, dass österreichische Musik durchaus auch internationale Qualitäten aufweisen kann.
Ein zufällig entdeckter Sämling, der jeglichen Versuchen ihn auzurotten trotzte. Süß im Geschmack und doch mit der nötigen Säure... das ist der Red Delicious, eine der beliebtesten Apfelsorten der US-Amerikaner. Zu einer der beliebtesten Alternative-Bands Österreichs könnten Delicious Red avancieren. Sie bieten - gleich wie der namensähnliche Apfel - süße Melodien mit der nötigen Anzahl an Screamo-Parts und liefern mit "Last Chance Blvd." einen Zweitling, der sich in der österreichischen Szene hören lassen kann.
Dieser "Last Chance Blvd." wird für Dominik (voc), Stephan (guit), Georg (bass) und Daniel (drums) nicht zum "Boulevard Of Broken Dreams" werden, sondern ihnen den Weg für weitere Outputs eröffnen, sollten sie sich denn auch live beweisen können. Genügend Erfahrung hat das Quartett schon seit 1996 gesammelt. Damals allerdings noch unter dem Bandnamen Deadly Medley. Soundtechnische Veränderungen auf dem Debüt-Album "Perfect 10" verursachten im Jahre 2003 die Umbenennung in Delicious Red.
Nun haben wir das Zweitlingswerk der vielversprechenden Band im Rekorder. Reif, durchdacht, experimentierfreudig, abwechslungsreich. Die beiden ersten Songs präsentieren sich in ziemlich harter Screamo-Manier, würden allerdings alleine stehend den Gesamteindruck vom Album sehr verzerren. So wie es die ersten beiden Songs von Bullet For My Valentines neuem Album tun, bei denen man meinen möchte, die Waliser würden nun zu einem Metallica-Klon verkommen.
Wie auch auf "Scream Aim Fire" ist der dritte Song von "Last Chance Blvd." die obligatorische Radiosingle, die eingängig, melodisch und eher brav daherkommt. Abgesehen von diesen Gemeinsamkeiten haben Delicious Red nichts mit BFMV gemein ? bitte hier keine Falschzitate! Sie klingen wie: "...don't know but feels like driving at night or running from/in the rain or lying in the sun or dancing when you're drunk; like crashing your car, like sex or knowing you could have it, like a dirty smile, like a punch in the face" - soviel zur Eigendefiniton auf der MySpace-Seite der jungen Männer.
Hardcore-Kids mit einer Vorliebe für abwechslungsreichen Screamo werden bei Delicious Red voll auf ihre Kosten kommen. Der Song "Silk & Summer" ist sicherlich ein emotionales Highlight des Albums. Freunde der schnelleren und härteren Klänge sollten sich an "Dying Nine To Five" und "Just One Day (Too Much)" halten. Liebhaber experimenteller Klänge werden mit "Cheers" ihre Freude haben. Es ist auf jeden Fall ein Volksfest anzuhören, dass die österreichische Szene lebt und wieder um eine Duftnote reicher geworden ist. Rock on, guys! (...and girls hopefully soon ? mädels, trauts euch auch mal!!!)
#stephanie bürgler
INTERNET
www.deliciousredmusic.com
Offizielle Homepage
www.myspace.com/deliciousredmusic
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