Zum 5. Mal in Folge ging heuer am 15.03. das Spring Metal Festival in der ARGEkultur vorüber. Mittlerweile halt man sich einen fixen Platz in der Riege der Salzburger Schwermetallfestivalitäten erarbeitet. Aufgspielt wird von div. Black-/Deathmetalgrößen, es gibt aber auch Überraschungen.
Schwermetallhörende Kulturbegeisterte sind gesellig. Das weiss selbstverständlich auch der Veranstalter Metallic Arts. So gibt es ab 17:00 nicht nur das Bandprogramm, sondern auch einen Barbecue- & Bierstand vor der ARGE, malerisch dekoriert mit einigen Biertischen. Ob nun die Verheissung von günstigen Alkoholika, oder die erste Band Ultratuwscht dazu führen, dass die ARGE bald gut gefüllt ist, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Ganz sicher ist, dass die österreichische Grindcoreformation Ultrawurscht zu meinen persönlichen Favourites dieses Festivals zählen! Sehr albern, aber doch auch musikalisch versiert zelebrieren Dr. Mett Wurscht, Wurschtbua, Evil Pressuck und Hans Wurscht die Wurscht im Allgemeinen und auch im Speziellen. Die Band fährt eine klare Line, die sowohl das passende Outfit beinhaltet ('Patronengurt' mit Würsten), als auch den brutalen Grindcoresound. Spätestens wenn man von der Wurst-Bazooka getroffen wird, weiss man, dass es hier um die Wurst geht.
Damit die anwesenden Gäste kognitiv nicht überfordert werden, gibt es dann erstmal wieder herkömmliche Kost. Nachdem Metalcore, am Samstag in Form von Burning Skies, nicht so mein Ding ist und ich mich bei Helheim kurz überzeugt habe, dass sie auch wirklich herkömmlich sind, habe ich genügend Zeit die T-Shirts und Merchandise-Artikel durchzuschaun. Das Angebot ist wirklich umfangreich. Man sieht schon, dass es für viele Metalbands zum Guten Ton gehört, jeweils auch Girlie-Shirts mit ansprechenden Motiven anzubieten. Der weibliche Metal-Nachwuchs will eben auch umworben werden. Auch das Heavy Rotation ist wieder mit einem großen CD-Stand anwesend, bei dem einige Schmankerl zu finden sind. Als inoffizieller Special Guest des Festivals entpuppt sich Martin Schirenc von Pungent Stench. Geschickt im Publikum untergetaucht wird er doch von einigen Fans erkannt, und stellt sich dann auch gern für Fotos und Smalltalk bereit.
Musikalisch interessant wird es wieder bei den nächsten Bands, den Excrementory Grindfuckers und danach Dark Fortress. Bei ersteren handelt es sich um einer äußerst alberne Band, die sich ähnlich Eläkelaiset an allen möglichen Kalauern der 70er, 80er und 90er Jahre vergreifen die Rang und Namen haben (Heino, Modern Talking, Limp Bizkiz, Wildecker Herzbuben). Im Unterschied zu Eläkelaiset setzt man bei den Excrementory Grindfuckers nicht auf Hummpa-Trash, sondern auf Happy-Grindcore. Die Performance am Spring Metal war jedenfalls intensiv und unterhaltsam.
Spätestens bei den danach folgenden Dark Fortress ist die Halle übervoll. Finstre weiß geschminkte Gestalten kommen seit KISS anscheinend auch bei Frauen gut an. Vor allem geht es darum, den neuen Sänger der dunklen Festung unter Beschau zu nehmen. Obwohl er sich beste Mühe gibt finster und negativ zu sein, kann er es einigen Herzensdamen einfach nicht recht machen, wie sich später in div. Gesprächen herausstellt. Die musikalische Live-Performance von Dark Fortress ist auf jeden Fall beachtlich. Das liegt zwar nicht an irgendwelchen spektakulären Darbietungen während der Show, aber dafür kann die dunkle Festung mit ihrem Sound eine wirklich intensiven schwarzen Stimmung erzeugen. Ein Review deren aktuellen Album Eidolon gibts ja bereits im FRITZ nachzulesen.
Für mich unerwartet kommt die grandiose Performance von War from a harlots mouth! Nachdem die Band relativ neu ist (2005), und ich sie bis dato nicht kannte war ich doch überrascht von der brutalen Sound-Wand die mir da entgegen knallt. Viel Hardcore, viel Grindcore, einige Jazz-Elemente, und andere nicht genau definierte Zutaten - eine interessante Mischung. Eigentlich kann ich Hardcore wenig abgewinnen, aber im Fall von War from a harlots mouth hab ich mich gern vom Gegenteil überzeugen lassen! Ernüchterung macht sich dafür gleich im Anschluss breit, beim Auftritt von Endstille. Standard-Blackmetal mit kaum innovativen Standard-Deathmetal-Passagen, standard-böse, alles in allem ziemlich trivial... Schon nach den ersten beiden Songs kommt mir ein langgezogenes Gähnen aus. Wäre Homer Simpson an meiner Stelle, würde er bei der ersten kürzeren Spielpause "Laaaaaangweilig" in die Menge plärren. Da aber auch bei Endstille die Halle noch recht gefüllt war, muss diese Band doch irgend etwas bieten ? nehm ich zumindest mal theoretisch an.
Munter werde ich erst wieder bei der nächsten Band. Der Live-Auftritt und der musikalische Output von Born From Pain ist, zumindest für eine Hardcore-Band recht ansehnlich. Mit etwas weniger Gepose der muskelbepackten Hardcore-Poseure würde man bestimmt aber auch keine Sympathien verlieren. Ansonsten liefern die Burschen ein solides Live-Konzert und erzeugen hierbei reichlich Lärm. Viele der anwesenden Metalheads nutzen allerdings Born From Pain für eine längere Auszeit um noch einmal richtig Kraft (oder Bier) zu tanken für den darauf folgenden Headliner Aborted. Deren Performance auch wirklich gut war. Im Gegensatz zu Endstille bewegen sich Aborted souverän im schalen Fahrtwasser des Black-/Deathmetal.
"Time flies when you are having fun." Für die musikalisch Begeisterten wars das schon wieder, das Spring Metal 2008. Für alle Festival-Begeisterten ging die Aftershow Party noch bis um 4 Uhr morgens weiter. Na dann bis zum nächsten Spring Metal, im März 2009!
#erhard furtner
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