Georg Wimmer von der Salzburger Radiofabrik hat mit seinem Radio-Feature über Kinderarbeit in Lateinamerika den Alternativen Medienpreis 2008 gewonnen.
Chicles, cigarillos y caramelos - Kaugummi, Zigaretten und Zuckerl - verkaufen die Kinder in den Straßen der größten Städte Lateinamerikas. Kinder, denen oft keine andere Wahl bleibt, um zu überleben. Georg Wimmer, Chefredakteur der Radiofabrik, hat in den letzten Jahren Chile, Argentinien, Bolivien und Nicaragua bereist. Dort sprach er mit arbeitenden Kindern und ihren Eltern ebenso wie mit Vertretern Organisation der arbeitenden Kinder Lateinamerikas NATs (Niños, Niñas y Adolecentes Trabajadores). In dem aufwändig gestalteten Beitrag kommen auch Kritiker zu Wort, die Kinderarbeit am liebsten weltweit unter Strafe stellen würden.
Cristián Milán ist 13 und arbeitet an der Kreuzung zur Calle San Martín, einer der meistbefahrensten Straßen von Buenos Aires. An einem dünnen Stock über seinem Kopf baumeln kleine Plastiksäckchen, die mit Gewürzen wie Chili, Curry und Oregano gefüllt sind. Wochentags arbeitet er von fünf am Nachmittag bis zehn am Abend. Mit dem Geld hilft er seiner Mutter und bezalt seine Schulsachen. Vor kurzem hat er für sich und seinen Bruder ein Stockbett gekauft, damit sie nicht mehr auf der Matratze auf dem Boden schlafen müssen, sagt er.
Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zufolge arbeiten weltweit rund 211 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Häufig in ausbeuterischen Verhältnissen und ebenso häufig, um mit dem verdienten Geld ihre Familien über Wasser zu halten. "Wenn du ein Kind bist, bist du nichts wert. Wenn du alt bist, bist du auch nichts wert. Für die Gesellschaft bist du nur wichtig, wenn du zwischen 20 und 50 Jahre alt bist", sinniert Celia Ojera, eine Mutter aus dem argentinischen La Sedas. Ihr ältester Sohn verdient sich das Geld für Schulsachen und Schuluniform. Sie selbst muss sehen, dass sie für alle das Essen auf den Tisch bringt.
Nach dem Eduard-Ploier-Preis für Bildung und Wissenschaft wurde das Radiofabrik-Feature nun auch mit dem Alternativen Medienpreis 2008 ausgezeichnet. Wimmers Beitrag wurde unter 55 Einreichungen alternativer Medien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt."Wer die Produktion beim Hörfunk näher kennt, weiss wie aufwändig Recherche, die Materialsammlung und die Komposition eines Features sein kann. Georg Wimmer hat all dies auf sich genommen und einen grandiosen Beitrag geleistet, handwerklich perfekt gemacht, kreativ, präzisest, eindringlich und nachdenklich", heißt es in der Jury-Begründung.
#anita klingler
INTERNET
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Infos zum Alternativen Medienpreis
cba.fro.at/show.php?lang=de&eintrag_id=7540
Der Beitrag zum Anhören
www.pronats.de
Deutsche Informationsseite zu NATs







