Wunderschöne Melodien made in Austria: Die Steirer Once Tasted Life beweisen auf ihrem Debütalbum, dass "Pop" nicht unbedingt ein Schimpfwort sein muss.
Dass Österreich in punkto internationale musikalische Topseller nicht unbedingt eine Vorreiterrolle einnimmt, dürfte jedem irgendwie klar sein. Dass in unserem schönen kleinen Staat allerdings trotzdem so Einiges an guter Musik produziert wird, ist aber auch nichts Neues.
Gerade in der Punk-Sparte mit all ihren Auswüchsen finden sich mit 3 Feet Smaller, Guadalajara oder Red Lights Flash einige hochkarätige Acts, die sich auch im Ausland einigermaßen behaupten könn(t)en.
Aus dieser Szene kommen auch Once Tasted Life, vier Steirer, von denen zumindest Gitarrist Gregor Münch Einigen bekannt sein dürfte (der Gute hilft ab und zu mal live bei Guadalajara aus, wenn denen ein Gitarrist zu wenig wird) und die in diesen Tagen ihr Debutalbum "A Thousand Moments We Let Pass" veröffentlichen- und das immerhin über Edel Records! Ein Grund für FRITZ, sich das gute Stück zu Gemüte zu führen.
Was an der CD als Erstes auffällt ist das sehr stilvolle Artwork: "A Thousand Moments We Let Pass" ist ganz ehrlich das optisch schönste Album, dass ich seit Langem in der Hand halten durfte!
Genau so angenehm lassen es die Herren auch musikalisch angehen: Im einfallsreicherweise "Untitled" genannten ersten Track erzählt Sänger Chris Magerl zu ein Bisschen Incubus-mäßigen Akustikgitarren die kurze Geschichte einer einfachen Begegnung zweier Menschen und klärt den Hörer damit gleich auch über die Bedeutung des Albumnamens auf.
Danach wird's dann schon etwas punkiger: "Worst Case", "Rush Hour Tramway" und "His Dedication" sind drei lupenreine Pop-Punk-Nummern, vor allem das auch auf der Bandhomepage zum Download angebotene "His Dedication" strotzt gerade so vor Hitpotential! An alle MP3-saugsüchtigen Punkfetischisten, unbedingt zuschlagen!
Ein Bisschen melancholischer wird?s dann bei den zwei nachfolgenden Nummern "No Guarantee" und "The Song I Wrote Too Early Thinking About The 21st Of June". Mehr Emo geht nicht und das ist jetzt absolut positiv gemeint!
Ein kleines Highlight stellt Track Nummer sieben, "A Few More Words" da, dessen nach einer unbeschwingt lockeren Strophe überraschend wütend klingender, endlos geiler Refrain mir einfach nicht mehr als dem Kopf gehen will.
Auch sehr empfehlenswert: Das unendlich traurige "Expectations" mit seinem mitreißenden Mittelteil und die wunderschöne Akustikballade "Disclaim".
Der einzige Song, den man sich hier wirklich hätte sparen können, hört auf den Namen "Spring Flowers In A Time Of War" und ist einfach nur langweilig, weil extrem monoton und kitschig gehalten.
Was teilweise auch unangenehm auffällt ist das extrem österreichisch klingende Englisch von Sänger Chris Magerl. So exzellent sein Gesang und seine Texte (denn das sind sie!), so schlimm ist seine Aussprache, was vor allem in den langsameren und ruhigeren Songs schon recht nervig sein kann.
Aber trotzdem, die teilweise wirklich extrem gelungenen Melodien wollen meinen Kopf einfach nicht mehr verlassen und so bleibt mir nichts Anderes übrig, als Once Tasted Life?s Debut jedem Liebhaber guter Popmusik wärmstens zu empfehlen.
#sebastian müller
INTERNET:
www.oncetastedlife.com
Offizielle Homepage von Once Tasted Life.








