FRITZ war dieses mal unterwegs in einem sehr bodenständigen Beruf, dem des Tischlers, doch natürlich hat auch der eine kleine Besonderheit
Wir sitzen, essen, schlafen und laufen auf Holz, doch bevor der Baum zum Fußboden, Sessel oder Tisch wird, braucht es viele tatkräftige Hände, die diese Möbel erschaffen. FRITZ begleitete deshalb einen Tag lang einen Tischler.
Herr Mösenbichler ist seit einigen Jahrzehnten Tischler mit Herz und Seele und hat auch den Meistertitel in diesem Beruf. Und sieht mit seinem Arbeitsmantel und den kräftigen Händen aus, wie ein Tischler aus dem Bilderbuch.
Auf die Frage, was denn das Schöne am Tischlerberuf sei, antwortet er mir, dass es vor allem der Umgang mit Holz sei, das für ihn ein wunderbares Material sei. Wichtig sei für ihn auch, nicht nach jedem Arbeitsgang dreckig zu sein.
Vielleicht ist diese Antwort verwunderlich, verbindet man Tischlern doch mit körperlicher Arbeit, Spänen und Maschinen. Aber von Dreck ist in der Werkstatt weit und breit nichts zu sehen. Im Gegenteil es riecht würzig nach frischbeartbeitetem Holz in dieser lichtdurchfluteten, hohen Halle.
Zum Thema Holz bekam ich dann auch gleich noch eine kleine Nachhilfe Stunde, was die rote Maserung in Holzlatten betrifft. Diese entstehen nämlich, wenn sich das Holz beim Wachsen gegen Wind und Witterung sehr anstrengen musste und in weiterer Folge wird sich dieses Holz immer verziehen und nie über einen längeren Zeitraum gerade bleiben. Ich werde beim nächsten Einkauf im Baumarkt darauf achten.
Herr Mösenbichler ist jedoch kein gewöhnlicher Tischler, er ist ein Tischler, der die Unterkonstruktionen von eigenen kleinen Welten entstehen lässt, er leitet die Tischerleiabteilung in den Werkstätten des Salzburger Landestheaters.
Nach seiner Ausbildung hatte er sich dort beworben und ist hängen geblieben und ist vom Theaterfieber, wenn auch auf eine ganz andere Weise, erfasst worden. So lässt er mit seinen Händen keine Tische oder Schränke , sondern monumentale Bauwerken für die Stücke des Landestheaters entstehen.
Als Theaterschreiner muss man jedoch nicht nur bewandert sein was das Fachgebiet der Tischlern´s betrifft, sondern muss auch viele andere Faktoren beachten. Einer davon ist, dass alle Bühnenaufbauten, so konstruiert sein müssen, dass sie rasch auf und wieder abgebaut werden können.
Hierbei gibt es genau Vorschriften wie groß, breit und hoch die einzelnen Teile sind. Um auch in der Werkstatt ein bisschen sehen zu können, welchen Platz die einzelnen Aufbauten dann auf der Bühne tatsächlich einnehmen werden, ist am Boden die Bühne mit Linien angezeichnet.
Zuvor ist es jedoch oft nicht so einfach die Vorstellungen der Bühnenbildner und das technische machbare zu verbinden. Bühnenbildner sehen oft nur die künstlerische Seite und vergessen dabei, dass ihre Ideen auch praktisch umsetzbar sein müssen. Das sei dann oft schon sehr mühseelig bis man sich geeinigt habe über das Grundgerüst, so Herr Mösenbichler.
Jedoch ist der Augenblick, an dem die Kulisse zum ersten mal im Landestheater aufgebaut wird, die gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Theatertischler, immer wieder schön und so manche Mühsal der vergangenen Wochen sei vergessen.
















Es war und ist ein Beruf mit Zukunft. Zu DDR Zeiten waren wir froh einenTischler zu kennen der dann das benötigte wie Schwippbogen, Kerzenständer usw. für uns parat hatte. Durch die Hilfe des Tischlers hat unsere Schrankwand ein für heutige Verhältnisse biblisches Alter erreicht.
Also Hut ab vor allen aus dieser Zunft.
Gruß Axel