Sie finden immer den Weg in die Medien und werden für politische Alltagsdiskussionen benützt: menschliche Schicksale. Sie bringen Quote, Leser und Wähler. Betrachtet man das omnipräsente Thema der Abschiebung dieser Tage, so erkennt man eine "win-win" Situation.
Medien haben ein Thema mit höchstem Nachrichtenwert, Parteien können sich in dieser Diskussion einmal aus der Ununterscheidbarkeit befreien und für uns "Konsumenten" ist es eine gelegene Abwechslung vom Kaffeeautomaten-Small-Talk über Wetter und Fernsehen. Leider wird ein Aspekt außer Acht gelassen: Mit der Vollziehung einer Abschiebung werden in Härtefällen Familien und Freundschaften zerrissen, Menschen in eine ungewisse Zukunft entlassen. So sind unsere gültigen Gesetze. Kritik an Personen der Exekutive, die lediglich das Recht vollziehen, auf das sie vereidigt wurden, ist nur ein oberflächlicher Beitrag zur derzeitig hochgespielten Diskussion. Bewusst ist mir jedoch, dass sich Ansichten - auch meine - mit dem Grad der Betroffenheit ändern. Doch anstatt zu versuchen, den größten eigenen Nutzen aus dieser öffentlichen Debatte zu ziehen, sollten Politiker, Journalisten und die Bevölkerung zum Ziel haben, den Abstand zwischen Recht und Gerechtigkeit zu minimieren.
# joachim kurz



