Zu Beginn des 21. Jahrhunderts prägen Demokratie, Wohlstand und Lebensqualität unser Leben. Vor nicht allzu langer Zeit konnten wir in Österreich das allerdings nicht als selbstverständlich betrachten.
Getragen von der Entwicklung in "westlichen-demokratischen" Ländern wurde die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen verabschiedet. Für uns heute selbstverständlich, sind Menschenrechtsverletzungen in anderen Erdteilen trauriger Alltag.
Nur einen Bruchteil davon nehmen wir wahr. Einzelne Geschehnisse - vorwiegend in Ländern von wirtschaftlicher und militärisch-strategischer Bedeutung - werden auch bei uns eifrig verfolgt. Plötzlich mutieren gleichgültige Führer der Gesellschaft zu Befreiern, denen das Schicksal der unterdrückten Völker ein großes Anliegen ist. Menschenrechte werden dafür missbraucht kriegerische Handlungen zu rechtfertigen. Hegemonialbestrebungen einer sich überlegen fühlenden westlichen Zivilisation werden durch völliges Ignorieren der Völkergemeinschaft vorangetrieben. Ist dies das Ergebnis einer sich weiterentwickelnden "westlichen" Zivilisation?
Wir sollten bei der Verwendung des Menschenrechtsbegriff sorgsamer umgehen, da er bei Menschen Hoffnungen wecken kann, die dann zur bedrohlichen Enttäuschung werden kann.
# joachim kurz



