Das Erfolgsmodell "LAP" (Lebensabschnittpartner) soll das von hohen Scheidungsraten geplagte Modell "Ehe" zu neuer Beliebtheit verhelfen. Die Ehe zu befristen scheint die Lösung zu sein. Der "Bund für's Lebens" wird zum befristeten "Bund auf Zeit".
Es ist zu warnen, Wertvorstellungen so einfach aufzugeben. Hohe Scheidungsraten sind ein Problem, welches durch eine Befristung nur für eine schönere Statistik sorgt, an der Realität allerdings nichts ändert. Wir Österreicher haben im Laufe der letzten Jahrzehnte vermehrt ein nutzenmaximierendes Handeln entwickelt. Der steigende Druck in unserer Wettbewerbsgesellschaft prägt das Denken, und auch die Gründe für eine Eheschließung. Die Ehe als fixe Institution widerspricht in ihrer Bedeutung, ihrem Wesen und Zweck einer Befristung. Der "Bund für's Leben" ist kein Produkt am Markt, das wir an die "Käufer" anzupassen haben. Es gibt keinen einzig richtigen oder falschen Ansatz auf die Herausforderungen, die durch den Gesellschaftswandel entstanden sind, zu reagieren. Eine Diskussion kann geführt werden, jedoch nicht als bloße Reaktion auf Statistiken.
# joachim kurz



