Der Wahlkampf in den USA ist schon seit Herbst in vollem Gange und auch die europäischen Medien berichten ausführlich über die Entwicklungen im mächtigsten land der Erde.
Die eigentliche Präsidentschaftswahl findet allerdings erst im November 2008 statt. Ist das ganze Spektakel und die Berichterstattung zum jetzigen Zeitpunkt schon gerechtfertigt? Wie beurteilt Ihr die Situation im Wahlkampf?
Die Texte der Meinjung-Schreiber zu diesem heißen Thema findet Ihr hier.




Vielleicht werden wir morgen schon mehr wissen, nachdem Texas und Ohio gewählt haben. Sollte Barack Obama einen dieser beiden wichtigen Staaten gewinnen, wäre ihm die Kandidatur wohl nur noch sehr schwer zu nehmen.
Ich persönlich bin ein großer Fan von Barack Obama. Ich höre mir seine Reden an, lese Bücher und versuche immer auf dem neuesten Stand zu sein.
Doch ich muss ehrlich sagen, dass ich auf der einen Seite hoffe und auf der anderen befürchte, dass er gewinnt.
In diesem Wahlkampf hat dieser junge, dynamische Ex-Senator aus Illinois mit seinen Reden einen Mythos um sich aufgebaut. Er hat sich zu einem jungen Hoffnungsträger entwickelt und das hat er einer Rhetorik zu verdanken, die ich in meinen ganzen Leben noch nicht so erlebt habe.
Doch was passiert, wenn dieser Mann die Wahlen wirklich gewinnt und in das weiße Haus einzieht?
Dieser Mythos scheint dazu verdammt abzubröckeln. Die derzeitige Regierung wird ihm einen Schuldenberg hinterlassen, der ihm bei mehr als nur einem Versprechen die Hände binden wird. Sein Konzept im Irak ist schon jetzt gescheitert. Die Truppen innerhalb von 16 Monaten abzuziehen klingt schön und gut, ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Das Land würde in seiner Struktur komplett in sich zusammenfallen.
Ich werde wohl noch ein wenig mit mir selbst kämpfen müssen.
Will ich Barack Obama, den ersten schwarzen Präsidenten der USA? Ja.
Will ich Barack Obama, den Mythos, der Veränderung verspricht? Ja.
Kann ich beides haben? Ich befürchte nicht.