Hurra, hurra, es ist wieder Fasching! Zu gut kann ich mich noch an diese ganz besonderen Dienstage in meiner Kindheit erinnern. Damals machte der Kindergarten jedes Jahr einen Umzug, wir bastelten Papierschlangen, zur Schule kam die ganze Klasse verkleidet und es wurde gespielt..
Alles in Allem erinnere ich mich an die Faschingszeit als ein fröhliches, buntes Fest, zu dessen Anlass sich jeder immer viel Mühe um kreative Kostüme und die leckersten selbstgemachten Krapfen gab.
Aber heute ist das anders: Die Faschingsfeier unserer Schule ist den meisten pubertierenden Teenagern schlichtweg "zu kindisch", auch der Großteil der Lehrerschaft sieht sich als "zu alt" dafür. Die leckeren Krapfen in den Auslagen der Konditoreien werden bestenfalls am Rande wahrgenommen, denn jene gibt es ohnehin schon in allen nur erdenklichen Variationen (mit Nougat- , Vanille- oder auch Himbeermarmeladenfüllung, mit Zuckerglasur, oder ganz nihilistisch- nämlich leer..) - von Tradition kann also kaum noch die Rede sein.
Und während wie jedes Jahr in Villach der "lustigste" Event des Jahres über die Bühne geht, so werden meine Freunde und ich wohl zuhause bleiben und uns über die Zeiten wundern, in denen dieser ganze Trubel noch etwas Aufregendes hatte. Dabei ist es schwer, zu beurteilen, ob der Faschingsbrauch mit den Jahren durch die immer groteskere Kommerzialisierung (mal ehrlich: besagte Krapfen und Kostüme gibt es doch schon das ganze Jahr über zu kaufen) und jene krampfhafte Lockerheit seine Attraktivität für uns verloren hat, oder ob es - so banal das nun auch klingen mag - einfach ein Fest für Kinder ist. Denn die Heiterkeit sollten wir alle auch durch das restliche Jahr behalten, und verkleiden müssen wir uns ohnehin jeden Tag.
Isabella Riedel, Alter:16, 5411- Oberalm




